Startseite Kongressberichte & Archiv Innovative Software-Lösung entlastet die Ärzteschaft in der Onkologie

Projekt «SmartOncology»

Die Swiss Cancer Foundation teilt mit:

Innovative Software-Lösung entlastet die Ärzteschaft in der Onkologie

Digitale Erfassung des Medical Data Sets mit einem einzigen Formular

Für die Onkologie ist erstmals in der Schweiz eine semantisch und systemisch interoperable Software-Lösung entwickelt worden, die einen «one-single-data-entry-point» bietet. Kernelement ist ein digitales Formular, das mit einem entsprechenden Thesaurus verknüpft ist und mittels standardisierter Protokolle den Datenaustausch zwischen allen onkologischen Kliniken ermöglicht. Realisiert hat das open-source-Projekt «SmartOncology» die Swiss Cancer Foundation in enger Zusammenarbeit mit der Radio-Onkologie des Inselspitals Bern unter Führung des Klinikdirektors Prof. Dr. med. Daniel Aebersold.

 

Das Erfassen von Patientendaten und deren Auswertung sind sehr zeitintensiv und eine grosse zeitliche Belastung im klinischen Alltag. Unterschiedliche Eingabemasken oder verschiedene Begrifflichkeiten oder Abkürzungen für gleiche Krankheitsbilder erhöhen den Aufwand zusätzlich. Gleichzeitig werden Therapiemethoden personalisierter und interdisziplinärer, was dem Patienten dient, aber die Komplexität der Behandlung erhöht. Umso wichtiger wäre also angesichts dieser Entwicklung eine einfache Erfassung medizinischer Daten durch die Leistungserbringer entlang des Patientenpfades und ein effizienter Datenaustausch unter den Fachdisziplinen, Spitälern und Forschungsinstitutionen. Doch genau hier hapert es noch im Schweizer Gesundheitssystem.

 

Interdisziplinäre Interoperabilität verbessern

Vor diesem Hintergrund hat die Swiss Cancer Foundation im Rahmen ihrer Swiss-Cancer-Platform-Initiative zusammen mit der Radio-Onkologie des Inselspitals Bern das Projekt «SmartOncology» lanciert, eine semantisch und systemisch interoperable Software-Lösung für die Onkologie. Denn auch hier nimmt die Zahl der Therapiemöglichkeiten rasant zu und die interdisziplinäre Behandlung rückt immer stärker ins Zentrum. Mit «SmartOncology» können onkologische Daten interdisziplinär erfasst, gespeichert und ausgetauscht werden, ohne dass klinik- und bereichsinterne Terminologien oder Abkürzungen vereinheitlicht oder IT-Infrastrukturen über alle Spitäler hinweg standardisiert werden müssen.

 

Einheitliches Medical Data Set

Erreicht wird dies über eine einzige Eingabemaske, das sogenannte SmartForm, über die Ärztinnen und Ärzte die onkologisch relevanten Daten eingeben.  Dieses Medical Data Set legt fest, mit welchen Beobachtungsgrössen Krankheitsbild, Therapie und Patientenzustände beschrieben werden. Das Medical Data Set muss in medizinisch standardisierten Begriffen ausgeführt sein, die in Form von medizinischen Thesauri zuhanden des Benutzers hinterlegt sind. Auf diese Weise kann unabhängig davon, wann und wo der Patient oder die Patientin gerade behandelt wird, der Datenfluss zwischen den behandelnden Disziplinen und onkologischen Kliniken vereinfacht werden. Das entlastet nicht nur die Ärzteschaft und verbessert die Behandlungsqualität für den Patienten, sondern es erhöht auch die betriebliche Effizienz und erleichtert die Forschungsarbeit im Bereich der Onkologie.

 

Pilotversuch am Inselspital Bern und am Kantonsspital Chur 

Bei der Lösung handelt es sich um eine Schlüssel-Applikation, die als open-source-Lizenz eingesetzt werden kann und kompatibel ist mit bestehenden KIS. Entwickelt wurde «SmartOncology» unter der technischen Leitung von Dr. med. Nikola Cihoric (UKRO, Inselspital Bern), in Zusammenarbeit mit Wemedo, Clinical Information Specialists. Die wissenschaftliche Leitung liegt in den Händen von Prof. Dr. med. Daniel Aebersold, Chefarzt und Direktor der Universitätsklinik für Radio-Onkologie am Inselspital Bern. Dort wird die Applikation derzeit für den Bereich «Head and Neck» praktisch getestet. Das Weiteren strebt das Kantonspital Chur einen Pilotversuch an. Weitere Universitäts- und Kantonsspitäler haben ihr Interesse signalisiert. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

 

Auskünfte:

Anna Scheliga
CEO
 
Swiss Cancer Foundation 
Bahnhofstrasse 10
6300 Zug 
 
Telefon: +41 79 299 3887