OA07 - Is There Still a Role for Chemotherapy Alone in the Management of NSCLC?

Abstract titles and summaries were obtained from the WCLC website; abstracts were translated, edited, and summarized in German.

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OA07.03 - Association Between Genetic Variation in the ATP-binding Cassette Transporter ABCC10 and nab-PTX Treatment in Japanese Cohort

rs2125739 mit Neutropenie bei der nab-PTX-Behandlung assoziiert

Takehiro Uemura, Yuto Suzuki, Yusuke Kagawa, et al.

Abstract Link

 

In der vorliegenden Studie wurde geklärt, ob rs2125739 - ein exonischer Einzel-Nukleotid-Polymorphismus - die Zytotoxizität von Paclitaxel (PTX) in Lungenkrebszelllinien beeinflusst. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um die Wirkung von rs2125739 auf die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen von nanopartikulärem albumingebundenem PTX (nab-PTX) in der klinischen Praxis zu bestimmen.

Die Ergebnisse zeigen, dass rs2125739 mit Neutropenie bei der nab-PTX-Behandlung assoziiert ist. Die Bestätigung von rs2125739 könnte nach Ansicht der Autoren den Einsatz von Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor und die Reduzierung von Krebsmedikamenten vor dem Auftreten einer schweren Neutropenie ermöglichen.

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OA07.04 - Overall Survival in Patients With Advanced NSCLC Receiving Taxane-Containing Regimen After Exposure to Immunotherapy and Platinum-Doublet

OS-Schätzungen mit taxanhaltigen Regimen nach einem PD-(L)1-Inhibitor und einem Platindoublett vergleichbar mit historischen Daten beim Platindoublett

Xiaohan Hu, Diana Chirovsky, Weilin Meng, Ayman Samkari

Abstract Link

 

Seit Jahrzehnten ist Docetaxel laut den Studienautoren die Standard-Reserve-Chemotherapie für Patienten mit aNSCLC nach Fortschreiten einer Platin-Doublett-Chemotherapie. Die Standard-Erstlinientherapie wird heute auch frühzeitig eine Immuntherapie mit PD-(L)1-Inhibitoren eingesetzt. Ziel dieser praxisnahen Studie war es, das OS von Patienten mit aNSCLC zu untersuchen, die nach einer Immuntherapie und einer Platin-Doublett-Chemotherapie mit einem taxanhaltigen Regime behandelt wurden.

Baseline:

  • Von 467 in Frage kommenden Patienten begannen 166 (35,5 %) eine Taxan-Monotherapie (Docetaxel, Paclitaxel oder nab-Paclitaxel)
  • 301 (64,5 %) erhielten eine Taxan-haltige Kombination (Taxan-Kombination).
  • Durchschnittsalter: 66,7,
  • männlich: 268 (57,4 %)
  • 446 (95,5 %) mit nicht-squamöser Histologie;
  • 366 (78,4 %) mit Erstdiagnose im Stadium IV.
  • Die PD-L1-Expression lag bei 93 (19,9%), 99 (21,2%), 128 (27,4%) bzw. 147 (31,5%) Patienten bei ≥50%, 1-49%, <1% und unbekannt.
  • Die Mehrheit der Patienten erhielt eine oder zwei vorherige Therapielinien für aNSCLC (39,6% bzw. 49,7%),
  • Pembrolizumab am häufigsten verwendet (61,7%),
  • Nivolumab (36,8%)
  • Atezolizumab (1,5%).

Behandlungsergebnisse:

  • medianes OS 8,9 Monate (95 % Konfidenzintervall [KI], 8,0-9,6), mit 12- und 24-Monats-OS-Raten von 37,5 % (95 %CI, 33,0-41,9) und 14,7 % (95 %CI, 11,3-18,5).
  • medianes OS 9,0 Monate (95%CI, 8,1-11,2) bzw. 8,4 Monate (95%CI, 7,5-9,6) in der Taxan-Monotherapie- und der Taxan-Kombo-Kohorte.

Die OS-Schätzungen in dieser realen Stichprobe von Patienten, die ein taxanhaltiges Regime erhalten, nachdem sie mit einem PD-(L)1-Inhibitor und einem Platindoublett behandelt wurden, sind laut den Studienautoren vergleichbar mit den historischen Daten, wo vor der Verfügbarkeit der Immuntherapie ein Platindoublett verabreicht wurde.

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OA07.05 - Gemcitabine Plus Platinum Chemotherapy Re-challenge in Metastatic Pulmonary Lymphoepithelioma-like Carcinoma

Erneute Behandlung mit einer Gemcitabin-Platin-Doublette bei zuvor empfindlichem metastasiertem pulmonalem LELC: Praktikable Behandlungsstrategie

Ka Man Cheung, James Chung Hang Chow, Kwok Hung Au, Harry Ho Yin Yiu

Abstract Link

 

Das lymphoepitheliomähnliche Lungenkarzinom (LELC) ist ein seltener NSCLC-Subtyp. Die Erstlinientherapie im Stadium IV mit Gemcitabin plus entweder Cisplatin (GP) oder Carboplatin (GC) hat sich ermutigenden objektiven Ansprechraten etabliert. Für die Folgebehandlung bei Fortschreiten der Erkrankung gibt es keinen Konsens. In Anbetracht ihrer hohen Wirksamkeit in der Erstlinientherapie steht eine erneute Behandlung mit Gemcitabin-Platin als sinnvolle Option im Vordergrund, auch wenn dazu Wirksamkeitsdaten noch fehlen. In der vorliegenden Studie wurden alle konsekutiven Patienten mit pulmonalem LELC überprüft. Aufgrund der großen histologischen Ähnlichkeit zwischen pulmonalem LELC und NPC legten die Autoren gebührender Aufmerksamkeit auf die Koexistenz eines Nasopharynxkarzinoms (NPC).

Baseline:

  • Es wurden 140 LELC-Patienten identifiziert; 59 Patienten erhielten GP oder GC als Erstlinienbehandlung für ihre metastasierte Erkrankung.
  • 17 Patienten erhielten anschließend bei Fortschreiten der Erkrankung eine erneute Gemcitabin-Platin-Challenge und erfüllten die Einschlusskriterien (7 Männer, 10 Frauen).
  • Der Altersmedian: 58,1 Jahren (Spanne 52,2 - 77,7 Jahre).
  • 16 Patienten (94,1 %) mit ECOG-Performance-Score von 0-1,
  • 11 Patienten (64,7 %) waren Nie-Raucher.
  • 8 bzw. 9 Patienten erhielten eine Erstlinien-Chemotherapie (GP bzw. GC).
  • durchschnittliche Anzahl erhaltener Erstlinien-Chemotherapiezyklen: 6 (Bereich 4-6);

Behandlungsergebnisse:

  • Patienten mit partiellem Ansprechen.
  • medianes chemotherapiefreies Intervall nach der letzten Verabreichung einer Erstlinien-Chemotherapie: 8,0 Monate (Spanne 1,0-51,8).
  • 16 Patienten erhielten anschließend eine GC,
  • 1 Patient erhielt bei der Re-Challenge eine GP.
  • Median der Re-Challenge-Chemotherapie: 4 Zyklen (Spanne: 1 - 6).
  • Gesamtansprechrate: 47,1 %,
  • Krankheitskontrollrate: 94,1 %.
  • medianer FU: 15,4 Monate (Spanne von 4,0 bis 91,9);
  • medianes PFS2 und OS2 ab dem Zeitpunkt der Re-Challenge 6,5 Monate (95% CI, 3,7 bis 9,3) bzw. 21,9 Monate (95% CI, 11,6 bis 32,2).

Verträglichkeit:

  • Das Sicherheitsprofil war zufriedenstellend:
  • Dosisreduzierung: 76,5 % der Patienten,
  • Nebenwirkungen des Grades 3 (alle hämatologisch): 41,2 %,
  • Behandlungsabbruch wegen Unverträglichkeit: 1 Patient,
  • keine behandlungsbedingte Mortalität festgestellt.

Bei einer Subgruppenanalyse zeigte sich, dass Patienten, die vor der erneuten Behandlung mit Gemcitabin-Platin mehr als 12 Monate chemotherapiefrei waren, eine höhere Rate an partiellem Ansprechen aufwiesen (83,3 % gegenüber 27,3 %, p=0,049).

Das Vorhandensein von Lebermetastasen erwies sich als ein signifikanter negativer Prognosefaktor für das PFS2 (HR 5,11, 95% CI 1,12 - 21,8, p=0,027).

Die erneute Behandlung mit einer Gemcitabin-Platin-Doublette bei zuvor empfindlichem metastasiertem pulmonalem LELC ist gemäss den Studienautoren eine praktikable Behandlungsstrategie. Dies gilt speziell für Patienten mit dauerhaftem Ansprechen auf eine Erstlinien-Chemotherapie mit einem chemotherapiefreien Intervall von mehr als 12 Monaten vor der Progression. Trotz häufig erforderlicher Dosisreduzierung wurde bei der Mehrzahl der Patienten ein klinischer Nutzen beobachtet.

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OA07.06 - Second Line Treatment Outcomes After Progression on Immunotherapy Plus Chemotherapy (IO-CT) In Advanced Non-small Cell Lung Cancer (aNSCLC)

Zweitlinientherapie nach IO-CT mit bescheidenen Ergebnissen beim aNSCLC

Jose Benitez-Montanez, Teresa Gorria, Rosario Garcia, et al.

Abstract Link

 

Die Kombination von IO-CT ist laut den Studienautoren zum Behandlungsstandard für Patienten mit aNSCLC mit einer niedrigen oder intermediären Expression von PD-L1 (<50%) geworden. Es ist auch eine Option für Patienten mit hoher PDL1-Expression (≥50). Ziel der vorliegenden Studie (n=125) war die Bewertung der Ergebnisse verschiedener Zweitlinientherapien (L2) nach IO-CT bei aNSCLC.

Baseline:

  • Durchschnittsalter: 62 Jahre,
  • Weiblich: 32%,
  • überwiegend Raucher (91%);
  • Adenokarzinom-Histologie: 75%,
  • 13% mit hohem PD-L1-Wert.
  • Als L2 erhielten 49 Patienten (39 %) eine Taxan-Monotherapie (T-Mono),
  • 19 (15 %) mit Taxan plus Anti-Angiogenese (T-AA),
  • 11 (9 %) mit platinbasierter Chemotherapie,
  • 17 (14 %) mit anderen Chemotherapien
  • 29 (23 %) mit anderenMedikamente.

Die Ausgangscharakteristika von L2 waren zwischen den Behandlungsgruppen ausgewogen. Nach einer medianen (m) Nachbeobachtungszeit von 8,3 Monaten

  • mOS-L2 6,4 Monate (95%CI:4,8-12,9) in der T-Mono-Gruppe,
  • nicht erreicht - NR (3,5-NR) in der T-AA-Gruppe,
  • 14,6 Monate (11,6-NR) in der platinbasierten Chemotherapie,
  • 7,7 Monate (3,7-NR) in den anderen Chemotherapiegruppen, p=0,2.

mPFS-L2 war in der platinbasierten Gruppe länger als in den anderen Behandlungsgruppen (p=0,04, vgl. Tabelle Abstract).

  • Die ORR betrug insgesamt 20 %, 19 % in der T-Mono-Gruppe,
  • 10 % in der T-AA-Gruppe,
  • keine in der platinbasierten Chemotherapie
  • 13 % in den anderen Chemotherapiegruppen (p=0,57, vgl. Tabelle Abstract).

In der primär resistenten IO-CT-Population (n=21) wurde mOS-L2 in der platinbasierten Chemotherapie nicht erreicht, während es in den Gruppen mit T-Mono, T-AA und anderen Chemotherapien 4,8, 5,2 bzw. 6,7 Monate betrug (vgl. Tabelle Abstract).

  • In der Population der IO-CT-Responder (n= 65) wurde ein längeres PFS in der platinbasierten Chemotherapiegruppe beobachtet (vgl. Tabelle Abstract).
  • Je nach PD-L1-Status ergab sich ein numerisch längeres OS-L2 für Patienten mit hohem PD-L1 (10,1 Monate gegenüber 8,3 und 6,7 Monaten für die Gruppen mit mittlerem und niedrigem PD-L1, p=0,8).
  • Die gleiche Tendenz wurde für das PFS-L2 beobachtet.

Die Zweitlinientherapie nach IO-CT bietet laut den Studienautoren bescheidene Ergebnisse bei Patienten mit aNSCLC. Die T-AA- und Platin-basierten Gruppen erzielten bessere Ergebnisse in der Gesamtpopulation.

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