Mini Oral session: GU tumours, prostate

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Abstract titles and summaries were obtained from the WCLC website; abstracts were translated, edited, and summarized in German.

  • 1360MO - Quality of life and patient-relevant endpoints with darolutamide in the phase 3 ARASENS study
  • LBA64 - Duration of androgen suppression with post-operative radiotherapy (DADSPORT) - A collaborative meta-analysis of aggregate data
  • 1359MO - Differential treatment response with nodal metastases in metastatic hormone-sensitive prostate cancer and evaluation of nodal burden as a prognostic biomarker -ancillary studies of the docetaxel and abiraterone acetate and prednisolone (AAP) phase III trials from STAMPEDE
  • 1361MO - 8-month PSA strongly predicts outcomes of men with metastatic castration-sensitive prostate cancer in the PEACE-1 phase 3 trial
  • LBA65 - SAKK 08/14 - IMPROVE Investigation of metformin in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) in combination with enzalutamide vs. enzalutamide alone. A randomized, open label, phase II trial
  • 1362MO - Pembrolizumab + olaparib vs abiraterone (abi) or enzalutamide (enza) for patients (pts) with previously treated metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) – randomized open-label phase 3 KEYLYNK-010 study
  • 1363MO - Cabazitaxel every 2 weeks versus every 3 weeks in older patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) - the CABASTY randomized phase III trial
  • 1364MO - Preliminary Phase 2 results of the CYPIDES study of ODM-208 in metastatic castration-resistant prostate (mCRPC) cancer patients

1360MO - Quality of life and patient-relevant endpoints with darolutamide in the phase 3 ARASENS study

Karim Fizazi (Villejuif, Cedex, France)

Frühzeitige Intensivierung der Behandlung mit DARO + ADT + Docetaxel verbesserte pt-relevanten Endpunkte

In der ARASENS-Studie verringerte laut den Studienautoren Darolutamid (DARO) + Androgenentzugstherapie (ADT) + Docetaxel das Sterberisiko bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) signifikant um 32,5 % gegenüber Placebo (PBO) + ADT + Docetaxel (HR 0,68, 95 % CI 0,57-0,80). Angesichts der potenziell langen Behandlungsdauer ist es wichtig, die Auswirkungen von DARO + ADT + Docetaxel auf pt-relevante Endpunkte zu bewerten.

Studienanlage (NCT02799602):

  • Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 zu DARO 600 mg zweimal täglich oder PBO + ADT + Docetaxel randomisiert.
  • Die pt-relevanten Endpunkte waren der Tod durch alle Ursachen und durch Prostatakrebs, der Zeitverlauf von unerwünschten Ereignissen (AEs) von besonderem Interesse und die Lebensqualität (QoL) auf der Grundlage der Zeit bis zur Verschlechterung (TTW) der krankheitsbezogenen körperlichen Symptome.

Verträglichkeit:

  • In der Sicherheitsanalyse (n=1302) gab es in der Gruppe DARO + ADT + Docetaxel (n=652) weniger Todesfälle (35,1 % vs. 46,8 %) und prostatakrebsbedingte Todesfälle (26,1 % vs. 36,0 %) als in der Gruppe PBO + ADT + Docetaxel (n=650).
  • Trotz der längeren Behandlungsdauer mit DARO im Vergleich zu PBO (Median 41,0 vs. 16,7 Monate) war die Gesamthäufigkeit der Nebenwirkungen in beiden Gruppen ähnlich.
  • Müdigkeit (DARO 33,1 %, PBO 32,9 %) und Hautausschlag (16,6 %, 13,5 %) traten vor allem in den Behandlungsmonaten 1 bis 3 auf, danach nahm die Häufigkeit rasch ab.
  • Die kumulative Häufigkeit von Stürzen, Knochenbrüchen und psychischen Beeinträchtigungen war gering (<10 %) und in beiden Behandlungsgruppen ähnlich.
  • Die Inzidenz von Herzerkrankungen war im Laufe der Zeit konstant und zwischen den Behandlungsgruppen vergleichbar (DARO 10,9 %, PBO 11,7 %).
  • Die Inzidenz von Bluthochdruck lag bei 13,7 % bzw. 9,2 %, mit ähnlicher Verteilung im Zeitverlauf.
  • Die meisten Patienten hatten hohe Ausgangswerte für die Lebensqualität, die im Laufe der Zeit beibehalten wurden, wobei die TTW in beiden Gruppen vergleichbar war.

Die frühzeitige Intensivierung der Behandlung mit DARO + ADT + Docetaxel verbesserte laut den Studienautoren die pt-relevanten Endpunkte. Dies mit einer geringeren Anzahl von Todesfällen aufgrund von Prostatakrebs und einer ähnlichen Inzidenz und einem ähnlichen zeitlichen Verlauf für die meisten SARs von besonderem Interesse im Vergleich zu PBO + ADT + Docetaxel.Dies gilt insbesondere auch für die ausbleibende Zunahme der kardialen Störungen. Die Lebensqualität blieb im Laufe der Zeit erhalten, und DARO hatte keine nachteiligen Auswirkungen auf die Lebensqualität, auch nicht bei Patienten mit schlechter Prognose.

LBA64 - Duration of androgen suppression with post-operative radiotherapy (DADSPORT) - A collaborative meta-analysis of aggregate data

Sarah Burdett (London, United Kingdom)

Bisher zuverlässigste Belege für die Auswirkungen der Hormontherapie mit postoperativer Strahlentherapie

Die DADSPORT Meta-Analyse-Kollaboration führte laut den Studienautoren eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse der Ergebnisse der Studien NRG/RTOG 9601, GETUG-AFU 16, NRG/RTOG 0534 und der neu verfügbaren RADICALS-HD-Studie durch, um die Wirkung einer Hormontherapie (HT) bei Männern zu bewerten, die nach einer radikalen Prostatektomie bei lokalisiertem Prostatakrebs eine Strahlentherapie (RT) erhalten.

Studienanlage:

  • Es wurden die Auswirkungen einer zusätzlichen Hormontherapie zur postoperativen RT auf das Gesamtüberleben (OS) und das metastasenfreie Überleben (MFS) bewertet, indem die veröffentlichten Ergebnisse verwendet und mit den Studienteilnehmern zusammengearbeitet wurde, um zusätzliche Daten zu erhalten, einschließlich der vor der Veröffentlichung vorliegenden Ergebnisse von RADICALS-HD.
  • Bei der primären Analyse handelte es sich um eine Metaanalyse mit festem Effekt und inverser Varianz, die nach der Dauer der Hormonbehandlung (keine HT, 6m und 24m HT) nach der RT stratifiziert wurde.
  • Eine vorab spezifizierte Sensitivitätsanalyse schloss Männer aus NRG/RTOG 9601 aus, die bei der Randomisierung einen PSA-Wert von >1,5ng/ml aufwiesen.

Studienergebnisse:

  • Auf der Grundlage aller 4 in Frage kommenden Studien (701 Todesfälle, 4452 Männer; 100 % aller Randomisierten) und einer medianen Nachbeobachtungszeit von ≥8 Jahren ergab sich keine eindeutige Verbesserung des OS mit HT im Vergleich zu keiner HT (HR 0,89, 95 % CI 0,77-1,03).
  • Die Auswirkungen auf das OS für eine 6- und 24-monatige Dauer der HT im Vergleich zu keiner HT waren ähnlich, ebenso wie die Ergebnisse einer Sensitivitätsanalyse zum Ausschluss von Männern mit einem PSA-Wert >1,5ng/mL (vgl. Tabelle 1 im Abstract).
  • Daten zum MFS aus 2 Studien zur 24-m-HT im Vergleich zu keiner HT liegen noch nicht vor.
  • Auf der Grundlage von Daten aus 3 Studien (653 Ereignisse, 3364 Männer; 100 %) gab es Hinweise darauf, dass eine 6m-HT das MFS im Vergleich zu keiner HT verbesserte (HR 0,82, 95 % CI 0,70-0,96, p=0,013).

Die Studienautoren liefern die bisher zuverlässigsten Belege für die Auswirkungen der HT mit postoperativer Strahlentherapie. Bislang gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass die zusätzliche HT das OS verbessert, aber eine 6m-HT verbessert das MFS. Das Ziel der Autoren ist es, aktualisierte Ergebnisse zu den Auswirkungen der HT auf das OS, das MFS und das prostatakrebsspezifische Überleben zu präsentieren, einschließlich einer Netzwerk-Metaanalyse, die alle direkten und indirekten Belege sowie die Auswirkungen nach vordefinierten Patientenuntergruppen berücksichtigt.

1359MO - Differential treatment response with nodal metastases in metastatic hormone-sensitive prostate cancer and evaluation of nodal burden as a prognostic biomarker -ancillary studies of

the docetaxel and abiraterone acetate and prednisolone (AAP) phase III trials from STAMPEDE

Áine M. Haran (Bath, United Kingdom)

Erhöhte Nodallast negativer prognostischer Biomarker

Eine bessere Auswahl von Patienten für die zusätzliche Gabe von Docetaxel bei mHSPC ist laut den Studienautoren erforderlich. Eine höhere Krankheitslast korreliert mit schlechteren Behandlungsergebnissen, aber nodale Metastasen wurden bei der Definition des Metastasenvolumens bei mHSPC nicht berücksichtigt:

  • Die Autoren haben das Gesamtüberleben (OS) in Untergruppen von mHSPC-Patienten (Knoten +/- Knochen und nur Knochen) verglichen, die im Verhältnis 2:1 ADT +/- Docetaxel oder 1:1 ADT +/- AAP randomisiert wurden.
  • Die Knotenlast wurde dichotomisiert in niedrige (<5 Knoten) und hohe (≥5 Knoten) Last.
  • Die Cox-Modelle wurden nach Zeitraum stratifiziert und für N-Stadium, Alter (<70, ≥70), WHO-PS, NSAID/Aspirin-Einsatz, Strahlentherapie (RT), Knochenmetastasen und CHAARTED niedriges oder hohes Volumen angepasst.
  • 1086 Patienten unter ADT +/- Docetaxel und 990 Patienten unter ADT +/- AAP wurden untersucht.
  • Die CT/MRI-Scans von 373 ADT +/- Docetaxel und 602 ADT +/- AAP-Patienten wurden ebenfalls zentralisiert und auf Knotenmetastasen untersucht. 

Resultate:

  • Sowohl in der Gruppe mit Knoten- und Knochenmetastasen als auch in der Gruppe mit reinen Knochenmetastasen wurde ein signifikanter Vorteil für das Überleben durch ADT + AAP nachgewiesen.
  • Patienten mit reinen Knochenmetastasen, die mit ADT + Docetaxel behandelt wurden, hatten einen ähnlichen Überlebensvorteil.
  • Bemerkenswert für die Autoren ist, dass der Überlebensvorteil bei ADT + Docetaxel in der Gruppe mit Knoten- +/- Knochenmetastasen geringer war.
  • Dieser Unterschied war beim Interaktionstest statistisch signifikant (Interaktion HR 1,43, p=0,046).
  • Eine höhere Knotenlast hatte in beiden Kontrollgruppen und in der Forschungsgruppe mit ADT +/- AAP signifikant schlechtere Ergebnisse zur Folge.

Eine erhöhte Nodallast ist gemäss den Studienautoren ein negativer prognostischer Biomarker und sollte bei prospektiven Risiko-/Volumendefinitionen berücksichtigt werden, um die Risikostratifizierung bei ausgewählten Patienten zu unterstützen. Außerdem zeigen die Autoren erstmals ein potenzielles unterschiedliches Ansprechen von mHSPC-Patienten mit Knoten- und Knochenmetastasen im Vergleich zu reinen Knochenmetastasen bei ADT + Docetaxel, nicht aber bei ADT + AAP (NCT00268476).

1361MO - 8-month PSA strongly predicts outcomes of men with metastatic castration-sensitive prostate cancer in the PEACE-1 phase 3 trial

Gwenaëlle Gravis Mescam (Marseille, Cedex 09, France)

8-Monats-PSA-Wert mit deutlicher Voraussage von rPFS und OS bei Männern mit mCSPC

Die Zugabe von Abirateronacetat plus Prednison (AAP) zu einer Androgendeprivationstherapie (ADT) mit oder ohne Docetaxel (D) verbesserte laut den Studienautoren das OS bei Männern mit de novo metastasiertem kastrationsempfindlichem Prostatakrebs (mCSPC) in der Phase-3-Studie PEACE-1 (Lancet 2022; 8. April). Der 8-monatige PSA-Rückgang auf nicht nachweisbare Werte wurde mit einem verbesserten OS und radiologischen progressionsfreien Überleben (rPFS) bei Männern mit mCSPC in Verbindung gebracht, die mit ADT plus D oder AAP behandelt wurden. Die Autoren untersuchten den Zusammenhang zwischen dem 8-Monats-PSA-Wert und dem rPFS und OS bei mCSPC-Männern, die im Rahmen von PEACE-1 mit der systemischen Dreierkombination behandelt wurden: ADT+D+AAP.

Studienanlage:

  • Es handelt sich um eine vorgeplante Analyse der Daten von 1172 Männern, die ADT+/- D +/- AAP erhielten.
  • Für die Analyse war ein PSA-Wert 8 Monate nach Beginn der ADT erforderlich.
  • Der Datenschnittpunkt war der 1. Juni 2021.
  • rPFS und OS wurden insgesamt und dann nach Randomisierungsgruppen bewertet.
  • Die Analyse wurde für die folgenden 8-Monats-PSA-Cut-offs durchgeführt: 0,2 und 4 ng/ml.
  • Die Medianwerte von rPFS und OS wurden anhand des 8-Monats-PSA nach der Kaplan-Meier-Methode berechnet.

Resultate:

  • PSA-Werte waren 8 Monate nach Beginn der ADT bei 931 Männern (79 %) verfügbar.
  • Die Standardbehandlung war ADT + D bei 62 %, und 56 % hatten eine "hochvolumige" Erkrankung.
  • Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,4 Jahre (95 % CI [4,3-4,5]). Die Ergebnisse sind in der Tabelle im Abstract aufgeführt.

Der 8-Monats-PSA-Wert sagt sowohl das rPFS als auch das OS bei Männern mit mCSPC in PEACE-1 laut den Studienautoren deutlich voraus. Eine frühzeitige therapeutische Intervention bei Männern mit ungünstigen 8-Monats-PSA-Werten muss ihrer Ansicht nach untersucht werden (NCT01957436).

LBA65 - SAKK 08/14 - IMPROVE Investigation of metformin in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) in combination with enzalutamide vs. enzalutamide alone.

A randomized, open label, phase II trial

Christian A. Rothermundt (St. Gallen, Switzerland)

Metformin könnte eine bescheidene Wirkung auf die PSA-Dynamik und die Symptomkontrolle haben

Enzalutamid (ENZ) ist laut den Studienautoren eine Standardbehandlung für mCRPC-Patienten, bei denen die Androgenentzugstherapie (ADT) fortschreitet. Metformin (MF hat sowohl indirekte als auch direkte Auswirkungen auf das Tumorwachstum. In einer Phase-2-Studie führte MF bei nicht-diabetischen mCRPC-Patienten zu einer PSA-Antwort und einer Stabilisierung der Krankheit. Einige epidemiologische Daten deuten auf einen Nutzen von MF bei Prostatakrebspatienten hin. Es gibt präklinische Daten zum Synergismus von ENZ und MF. Mit dieser Studie soll geprüft werden, ob ENZ + MF bei Patienten mit mCRPC, die unter ADT fortschreiten, wirksamer ist als ENZ allein.

Studienanlage (NCT02640534):

  • SAKK 08/14 ist eine prospektive, multizentrische, 1:1 randomisierte, offene Phase-2-Studie.
  • Teilnahmeberechtigt waren Patienten mit mCRPC, die unter ADT fortschreiten und keine vorherige oder aktuelle DM-Therapie erhielten.
  • Die Patienten erhielten ENZ 160 mg OD allein oder in Kombination mit MF 850 mg BID.
  • Der primäre Endpunkt der Studie ist die Krankheitskontrollrate (DCR) nach 15 Monaten, definiert als mindestens stabile Erkrankung, die während der Studienbehandlung für mindestens 15 mos aufrechterhalten wird.
  • Zu den sekundären Endpunkten gehören OS, EFS, Zeit bis zur PSA-Progression (TTPSAP), unerwünschte Ereignisse und Lebensqualität.
  • Um eine Überlegenheit von ENZ + MF nachzuweisen, waren insgesamt 168 auswertbare Patienten erforderlich, um einen Unterschied von 20 % bei der DCR nach 15 Monaten festzustellen (Typ-I-Fehler 10 %, Power 80 %).
  • 169 Patienten wurden zwischen 06/2016 und 02/2021 in 15 Schweizer Zentren rekrutiert.

Behandlungsergebnisse:

  • mediane Nachbeobachtungszeit: 44 Monate (95%CI 39,0-48,7).
  • Der primäre Endpunkt wurde nicht erreicht: Die DCR nach 15 Monaten betrug 52,4% für ENZ + MF bzw. 56,1% für ENZ (p=0,644).
  • Es zeigte sich ein Trend zu einem verbesserten medianen EFS für ENZ + MF im Vergleich zu ENZ (19,3 (12,5, 28,1) vs. 15,1 (12,1, 21,4) Monate; HR 0,87 (95%CI 0,60-1,26; p = 0,471)),
  • medianes TTPSAP (15. 8 (11,4, 20,6) vs. 11,0 (9,4, 13,2) mos; HR 0,71 (95%CI 0,49-1,04; p = 0,074))
  • mediane Zeit bis zur Schmerzprogression (41,7 (16,9, NA) vs. 20,3 (14,2, 58,4) mos, p = 0,474)).
  • Das mediane OS war in beiden Armen ähnlich (38,7 (25,9, 50,0) und 40,9 (28,3, 51,7) Monate; HR 1,13 (0,74, 1,71); p = 0,575).

Dies ist laut den Studienautoren die erste randomisierte Studie zur Untersuchung von ENZ + MF bei mCRPC, und sie war negativ für den primären Endpunkt. MF könnte jedoch eine bescheidene Wirkung auf die PSA-Dynamik und die Symptomkontrolle haben. Größere Studien sind zur Bestätigung erforderlich.

1362MO - Pembrolizumab + olaparib vs abiraterone or enzalutamide for patients with previously treated metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC)

randomized open-label phase 3 KEYLYNK-010 study

Evan Y. Yu (Seattle, United States of America)

Pembrolizumab + Olaparib verbesserte das rPFS oder OS in der unselektierten Population trotz einer höheren ORR nicht

KEYLYNK-010 (NCT03834519) untersuchte laut den Studienautoren die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab (P) + Olaparib (O) im Vergleich zu abi oder enza bei molekular unselektierten Patienten mit mCRPC nach einem Hormonpräparat der nächsten Generation (NHA) und Docetaxel.

Studienanlage:

  • Die teilnahmeberechtigten Patienten waren ≥18 Jahre alt; ECOG PS ≤1.
  • sie hatten mCRPC, der unter oder nach abi oder enza (aber nicht unter beiden) sowie Docetaxel fortgeschritten war;
  • Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 auf 200 mg P IV Q3W für ≤35 Zyklen + 300 mg O oral BID oder auf NHA randomisiert: 1000 mg abi oral QD (wenn zuvor enza) oder 160 mg enza oral QD (wenn zuvor abi).

 

  • 793 Patienten wurden zwischen dem 30. Mai 2019 und dem 16. Juli 2021 zu P + O (n=529) oder NHA (n=264) randomisiert.
  • Die KEYLYNK-010-Studie wurde wegen Futility abgebrochen.
  • Am 18. Januar 2022 betrug die mediane Nachbeobachtungszeit (Bereich) für IA2 11,9 Monate (0,9-31,0).
  • Die Ausgangscharakteristika waren zwischen den Studienarmen ausgeglichen.

Behandlungsergebnisse:

  • Die primären Endpunkte rPFS (median 4,4 Monate mit P + O vs. 4,2 Monate mit NHA; HR 1,02, 95% CI 0,82-1,25; P=0,55) und OS (15,8 Monate vs. 14,6 Monate; HR 0,94, 95% CI 0,77-1,14; P=0,26) wurden nicht erreicht.
  • ORR: 17 % mit P + O gegenüber 6 % mit NHA (nominal P=0,002).
  • Eine explorative Analyse der Untergruppen nach gewebebasierter homologer Rekombinationsreparatur-Genveränderung (HRRm) bei IA2 deutete auf einen potenziellen Unterschied im rPFS hin (HRRm [P + O n=81, NHA n=37]: HR 0,53, 95% CI 0,33-0,86; nicht-HRRm [P + O n=246, NHA n=118]: HR 1,19, 95% KI 0,90-1,58),
  • nicht aber beim OS (HRRm: HR 0,91, 95% KI 0,53-1,56; nicht-HRRm: HR 1,03, 95% KI 0,77-1,38).

Verträglichkeit:

  • Gr ≥3 TRAEs traten bei 35% der Patienten mit P + O und 9% der Patienten mit NHA auf;
  • 5% bzw. 1% der Patienten hatten gr ≥3 immunvermittelte AEs.

Pembrolizumab + Olaparib verbesserte laut den Studienautoren das rPFS oder OS in der unselektierten Population trotz einer höheren ORR nicht. Pembrolizumab + Olaparib führte bei Patienten mit zuvor behandeltem mCRPC zu mehr gr ≥3 TRAEs gegenüber NHA. Es gab keine neuen Sicherheitssignale.

1363MO - Cabazitaxel every 2 weeks versus every 3 weeks in older patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) - the CABASTY randomized phase III trial

Stephane Oudard (Paris, France)

CBZ q2w-Schema könnte eine praxisverändernde Therapie für ältere mCRPC-Patienten werden

Cabazitaxel 25 mg/m2 alle 3 Wochen (CBZ q3w) + G-CSF verlängert laut den Studienautoren das OS verglichen mit Abirateron oder Enzalutamid bei mCRPC-Patienten, die zuvor mit Docetaxel (DOC) und dem alternativen Androgen-gerichteten Wirkstoff (ART) behandelt wurden ( De Wit, NEJM 2019 ). CBZ 16 mg/m2 alle 2 Wochen (CBZ q2w) induziert eine weniger schwere Neutropenie und könnte für ältere Patienten laut den Autoren  nützlich sein, die nicht in der Lage sind, CBZ q3w zu erhalten ( Clément-Zhao, BJU Int 2018).

Studienanlage (NCT02961257,EudraCT 2016-001179-60):

  • Patienten mit progressivem mCRPC (≥65 Jahre, ECOG 0-2, G8 >14 oder ≤14 mit reversibler geriatrischer Beeinträchtigung), die zuvor mit DOC behandelt wurden, wurden zu CBZ q3w + Prednison (P) + G-CSF vs. CBZ q2w + P + G-CSF randomisiert und nach Alter (<70 vs ≥ 70 Jahre) und G8 (>14 vs ≤14) stratifiziert.
  • Primärer Endpunkt war der Prozentsatz der Patienten mit Neutropenie Grad ≥3 und/oder neutropenischen Komplikationen (febrile Neutropenie, neutropenische Infektion, Sepsis).
  • Sekundäre Endpunkte waren das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS), objektives Tumoransprechen, skelettbezogene Ereignisse (SREs), PSA-Ansprechen, Lebensqualität (hier nicht berichtet), Sicherheit und OS.
  • Insgesamt wurden 196 Patienten (mittleres Alter 74,0 Jahre; ≥ 70 Jahre, 79,6 %; G8 <14, 19,9 %; gefährdet oder gebrechlich gemäß SIOG-Richtlinien, 30,1 %; vorherige ART, 86,7 %) randomisiert (CBZ q3w, n=97; CBZ q2w, n=99).
  • Die relative Dosisintensität für CBZ 3qw vs. CBZ 2qw war vergleichbar (92,3% vs. 91,6%).

Verträglichkeit:

  • Die Rate der Neutropenien des Grades ≥3 und/oder der neutropenischen Komplikationen war bei CBZ q3w signifikant höher als bei CBZ q2w (62,9% vs. 5,1%; Odds Ratio = 0,03 [95% CI 29,5-48,9], p<0,001).
  • Unerwünschte Ereignisse des Grades ≥3 traten bei CBZ 3qw häufiger auf (72,9% vs. 58,2%).
  • Ein Patient (CBZ q3w-Arm) starb an einer neutropenischen Komplikation.
  • Es wurde kein neues Sicherheitssignal beobachtet.
  • Die wichtigsten sekundären Kriterien in der Tabelle im Abstract aufgeführt.

Im Vergleich zum Standardschema reduzierte CBZ q2w plus G-CSF das Auftreten von Neutropenien ≥3 Grades und/oder neutropenischen Komplikationen bei vergleichbaren klinischen Ergebnissen laut den Studienautoren signifikant. Das CBZ q2w-Schema könnte eine praxisverändernde Therapie für ältere mCRPC-Patienten werden.

1364MO - Preliminary Phase 2 results of the CYPIDES study of ODM-208 in metastatic castration-resistant prostate (mCRPC) cancer patients

Karim Fizazi (Villejuif, Cedex, France)

ODM-208 bei stark vorbehandelte mCRPC-Patienten mit AR LBD-Mutation hochwirksam bei der Blockierung der Produktion von Steroidhormonen

ODM-208 unterdrückt laut den Studienautoren die Produktion aller Steroidhormone und deren Vorstufen, die den Androgenrezeptor (AR)-Signalweg aktivieren können. Dies ist besonders wichtig für Patienten mit somatischen Punktmutationen, die die AR-Ligandenbindungsdomäne (LBD) aktivieren, einem Mechanismus der Resistenz gegen hormonbasierte Therapien bei mCRPC. Die Autoren berichten über die ersten Ergebnisse der Phase-2-Erweiterung der CYPIDES-Studie.

Studienanlage (NCT03436485):

  • ODM-208 5mg BID (mit Dexamethason und Fludrocortison) wurde in einer offenen Expansionskohorte bei Patienten mit fortschreitendem mCRPC untersucht, die zuvor ≥1 Linie eines AR-Signalweg-Inhibitors der zweiten Generation und ≥1 Linie einer taxanbasierten Chemotherapie erhalten hatten.
  • Alle Patienten wiesen eine vordefinierte aktivierende AR LBD-Mutation auf, die durch ein Vorab-Screening zellfreier DNA (Guardant 360) bestimmt wurde.
  • Studienziele waren Sicherheit und vorläufige Wirksamkeit, die anhand des PSA- und RECIST-Ansprechens sowie anhand von Standard-Sicherheitsmaßnahmen bewertet wurden.
  • Die Behandlung mit ODM-208 wurde bis zum Fortschreiten der Krankheit fortgesetzt.
  • Die Studie wurde an 18 Standorten in Frankreich, Finnland, dem Vereinigten Königreich und den USA durchgeführt.
  • 81 von 390 (20,8 %) der im Rahmen der Vorauswahl untersuchten Patienten wiesen eine vordefinierte AR LBD-Mutation auf, von denen 45 Patienten (Durchschnittsalter 68 Jahre) in die Studie aufgenommen wurden und mit der Behandlung mit ODM-208 begannen (43 zum Zeitpunkt des Datenschlusses am 17. März 2022).
  • 51% der Patienten hatten zuvor sowohl Abirateron als auch Enzalutamid und 65% der Patienten sowohl Docetaxel als auch Cabazitaxel erhalten.

Behandlungsergebnisse:

  • Auf der Grundlage der sich abzeichnenden Daten unterdrückte ODM-208 die Androgensynthese tiefgreifend, was bei mehr als 50 % der Patienten zu einer Senkung des besten PSA-Wertes um mehr als 50 % und bei 17 auswertbaren Patienten zu mindestens 4 partiellen Ansprechern nach RECIST führte (Daten unvollständig).

Verträglichkeit:

  • ODM-208 wurde gut vertragen, und die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Nebenniereninsuffizienz war deutlich geringer als in Phase 1 mit typischerweise höheren Dosen (2,3 % gegenüber 33 % bis heute).

Die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit werden für die gesamte Kohorte mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 5 Monaten für alle Patienten vorgelegt.

Die Verabreichung von ODM-208 an stark vorbehandelte mCRPC-Patienten mit AR LBD-Mutation war laut den Studienautoren hochwirksam bei der Blockierung der Produktion von Steroidhormonen und zeigte eine vielversprechende Antitumoraktivität.

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