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  • Oral Abstract Session - Head and Neck Cancer
  • Poster Discussion Session - Head and Neck Cancer
  • Statement zu den ASCO Highlights der Studien zum Head and Neck Cancermit Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Thorsten Füreder

Oral Abstract Session - Head and Neck Cancer

Alleinige Strahlentherapie mit vergleichbarer Krankheitskontrolle oder OS

 

Abstract 6000:

Radiotherapy alone versus concurrent chemoradiotherapy in intermediate risk nasopharyngeal carcinoma: A multicentre, open-label, noninferiority, randomised phase III trial.

 

Presenter: Jun Ma

 

Das Ziel der Autoren war die Beurteilung mit einer multizentrischen, offenn, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie, ob eine gleichzeitige Chemotherapie beim Nasopharynxkarzinom (NPC)-Patienten mit mittlerem Risiko (Stadium II und T3N0M0), die mit einer intensitätsmodulierten Strahlentherapie behandelt werden, sicher weggelassen werden kann.

Therapieschema:

  • Patienten 18–65 Jahren mit histologisch gesichertem Stadium T1-2N1/T2-3N0M0 und einem Karnofsky-Score von mindestens 70 wurden randomisiert (1:1) entweder einer gleichzeitigen Radiochemotherapie (CCRT) (Cisplatin 100 mg/m² auf Tag 1, 22 und 43) (n = 169) oder Strahlentherapie allein (RT) (n = 172).

Wichtigste Ausschlusskriterien:

  • maximaler axialer Durchmesser des Hals-Lymphknotens ≥ 30 mm,
  • positiver Hals-Lymphknoten auf Stufe IV oder niedriger,
  • EBV-DNA-Plasmaspiegel vor Therapie ≥ 4000 Kopien/ml.

Therapieergebnisse:

  • medianes FU: 41 Monate,
  • Intention-to-treat-Analyse, 3-Jahres-FFS:
    • RT-Gruppe: 90,7 % (95 %-KI 86,2–95,2),
    • -CCRT-Gruppe: 92,1 % (95 %-KI 88,8–96,4) Differenz von -1,4 % (Obergrenze des einseitigen 95 %-KI 4,5; pnon-Inferiority=0,00017).
  • Per-Protokoll-Analyse 3-Jahres-FFS:
    • RT- Gruppe: 90,3 % (95 % KI 85,6–95,0),
    • CCRT- Gruppe: 92,1 % (95 % KI 87,8–96,4), mit einer Differenz von -1,8 % (Obergrenze des einseitigen 95 %-KI 4,3; pNicht-Unterlegenheit = 0,00014).
  • keine Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Gesamtüberleben, lokoregionäres Rezidiv und Fernmetastasen.

Verträglichkeit:

  • In der CCRT-Gruppe signifikant mehr hämatologische und nichthämatologische Nebenwirkungen vom Grad 3-4 wie
  • - Erbrechen (CCRT-Gruppe 14,8 % vs. RT-Gruppe 1,2 %),
  • -Mukositis (18,9 % vs. 9,7 %). %)
  • -Gewichtsverlust (4,7 % vs. 0,6 %).
  • Kein Patient starb an behandlungsbedingten Ursachen.

Die Autoren kommen zum Schluss, dass die alleinige Strahlentherapie eine vergleichbare Krankheitskontrolle oder ein vergleichbares Überleben und eine geringere Toxizität im Vergleich zur CCRT bei NPC mit mittlerem Risiko vermittelt. NCT02633202.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6000

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Nimotuzumab plus Chemo-Radiotherapie erhöhen das 5-Jahres-OS

 

Abstract 6001:

Nimotuzumab plus chemoradiotherapy versus placebo plus chemoradiotherapy in patients with locally advanced nasopharyngeal carcinoma (NPC): A prospective, randomized-controlled, double-blinded, multicenter phase III clinical trial.

 

Presenter: Yan Sun

 

Die vorliegende Studie ist laut den Studienautoren eine konfirmatorische Studie, die darauf abzielt, die klinische Wirksamkeit des Langzeitüberlebens und die Sicherheit von Nimotuzumab in Kombination mit Chemo-Radiotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nasopharynxkarzinoms zu bewerten.

Therapieschema:

Patienten mit lokal fortgeschrittenem NPC wurden 3:1 randomisiert zu:

  • Arm A: Nimotuzumab (200 mg, wöchentlich, 7–8 Wochen) plus Chemo-Radiotherapie; n=361
  • Arm B: Chemo-Radiotherapie (intensitätsmodulierte Strahlentherapie oder konventionelle Radiotherapie, Cisplatin 100 mg/ m2/d, 21 Tage/Zyklus, drei Zyklen) plus Placebo als Erstlinientherapie; n=121.

Beide Gruppen waren in Bezug auf Alter, Geschlecht, Rasse und ethnische Zugehörigkeit gut ausbalanciert.

Therapieergebnisse:

  • 5-Jahres-OS-Rate:76,9 % Arm A vs. 64,3 % Arm B (Log-Rank = 4,125, p = 0,042).
  • medianse DFS: 50,6 Monate bzw. 42,6 Monate in Arm A und B.
  • 5-Jahres-DFS-Rate: 40,0 % Arm A vs. 14,4 % Arm B (Log-Rank = 1,701, p = 0,192).

Verträglichkeit:

  • Nimotuzumab plus Chemo-Radiotherapie wurde gut vertragen.
  • Inzidenz unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAWs) Arm A ähnlich wie Arm B (35,7 % vs. 42,1 %, p = 0,207),
  • auch bei den Grad 3-5-UAWs (17,7 % vs. 15,7 %, p = 0,609).

Nimotuzumab plus Chemo-Radiotherapie erhöhen laut den Studienautoren das 5-Jahres-OS von Nasopharynxkarzinoms-Patienten mit gutem Sicherheitsprofil NCT01074021.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6001

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Strahlenreduzierte RT (60 Gy) mit günstigen Überlebensergebnissen und begrenzten Toxizitäten

 

Abstract 6002:

Reduced-dose radiotherapy for pretreatment EBV DNA selected low-risk stage III nasopharyngeal carcinoma: A single-arm, phase II trial.

 

Presenter: Hai-Qiang Mai

 

Es ist wichtig, optimale Kandidaten für eine RT mit reduzierter Dosis auszuwählen. Der Epstein-Barr-Virus (EBV)-DNA-Spiegel vor der Behandlung wurde laut den Studienautoren universell auf ausgewählte Niedrigrisiko-NPC-Patienten angewendet. Das Ansprechen auf eine Induktionschemotherapie (IC) kann zur Untersuchung von Patienten, die auf RT ansprechen, genutzt werden. In der vorliegenden eine einarmigen klinischen Phase-II-Studie untersuchten die Autoren, ob die RT-Dosis von 60 Gy der Standarddosis bei NPC-Patienten im Niedrigrisikostadium III mit günstigem Ansprechen auf IC nicht unterlegen war.

Therapieschema:

  • Patienten (18 - 70 Jahre) mit Niedrigrisiko-NPC im Stadium III (EBV-DNA-Spiegel < 4.000 Kopien/ml) erhielten zwei Zyklen IC des TPF-Schemas (Paclitaxel-Liposom 135 mg/m² an Tag 1, Cisplatin 25 mg/m² an Tag 1-3, Fluorouracil 750 mg/m² als kontinuierliche Infusion über 120 Stunden an den Tagen 1-5 alle 3 Wochen i.v.
  • Patienten mit vollständigem/partiellem Ansprechen (CR/PR) und nicht nachweisbarem EBV-DNA-Spiegel erhielten eine intensitätsmodulierte Bestrahlung mit 60 Gy, begleitet mit 100 mg/m² Cisplatin intravenös an den Tagen 1, 22 und 43.
  •  
  • 216 Patienten wurden in diese Studie aufgenommen, und 1 Patient zog sich von der Einverständniserklärung zurück.
  • 215 Patienten absolvierten zwei IC-Zyklen,
  • wonach 116 (54,0 %) und 99 (46,0 %) Patienten 60 Gy bzw. 70 Gy RT zugewiesen wurden.

Therapieergebnisse:

  • mediane Nachbeobachtungszeit: 25,8 Monaten (Interquartilbereich 22 - 28).
  • mit 60 Gy RT behandelte Patienten, 2-Jahres:
  • PFS: 94 % (95 % Konfidenzintervall [KI], 89 bis 99),
  • OS: 100 %,
  • LRRFS: 95 % (95 % KI, 91 bis 99)
  • DMFS 97 % (95 %-KI, 93 bis 100

Verträglichkeit:

  • häufigste Toxizität während der RT: Übelkeit mit einem Anteil von 61 % (71/116), 5 % (6/116) für die Grade 1–2 und 3.
  • Die wichtigsten Toxizitäten der Grade 3–4:
  • Leukopenie: 16 (14 %),
  • Neutropenie: 16 (14 %),
  • Mukositis: 13 (11 %)
  • Schmerzen: 15 (13 %).
  • häufigste späte Toxizität: Mundtrockenheit Grad 1-2, Inzidenz 54 % (63/116).
  • keine langfristigen unerwünschten Ereignisse vom Grad 3+
  • kein Patient starb an behandlungsbedingten Ursachen.
  • Mit Ausnahme von Mundtrockenheit und klebrigem Speichel kehrten alle Aspekte der Lebensqualität, Domänen und Symptomwerte nach 6 Monaten zum Ausgangswert zurück.

Die Ergebnisse der Autoren zeigen, dass eine strahlenreduzierte RT (60 Gy) mit günstigen Überlebensergebnissen und begrenzten behandlungsbedingten Toxizitäten für NPC-Patienten mit niedrigem Risiko im Stadium III einher geht, die gegenüber IC empfindlich sind. NCT03668730.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6002

 

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Docetaxel plus Bestrahlung verbesserte das DFS und OS bei LAHNSCC

 

Abstract LBA6003:

Results of phase 3 randomized trial for use of docetaxel as a radiosensitizer in patients with head and neck cancer unsuitable for cisplatin-based chemoradiation.

 

Presenter: Vijay Maruti Patil

 

Es existieren keine systematischen Evaluationen zu systemischen Therapieoptionen beim lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom (LAHNSCC mit Radiochemotherapie. In der vorliegenden randomisierten Open-Label-Studie bewerteten die Autoren Docetaxel als Radiosensibilisator in diesem Setting.

Therapieschema:

  • Eingeschlossen wurden Patienten mit ECOG-PS von 0–2, gemäß den Kriterien von Ahn et al. nicht für Cisplatin geeignet. Sie wurden 1:1 randomisiert einer Bestrahlung allein (n=176) oder einer Bestrahlung mit gleichzeitiger Docetaxel 15 mg/m2 wöchentlich für maximal 7 Zyklen (n=180)

Therapieergebnisse:

  • 2-Jahres-DFS: 30,3 % (95 %-KI 23,6–37,4) vs. 42 % (95 %-KI 34,6–49,2) in den RT- bzw. Docetaxel-RT-Armen (Hazard Ratio – 0,673; 95 %-KI 0,521–0,868; P -Wert=0,002).
  • medianes OS: 15,3 Monate (95 % KI 13,1–22) im RT-Arm und 25,5 Monate (95 % KI 17,6–32,5) im Docetaxel-RT-Arm. (Log-Rank-P-Wert = 0,035).
  • 2-Jahres-OS: 41,7 % (95 %-KI 34,1–49,1) versus 50,8 % (95 %-KI 43,1–58,1) im RT- bzw. Docetaxel-RT-Arm (Hazard Ratio – 0,747; 95 %-KI 0,569–0,98; P -Wert=0,035).

Verträglichkeit:

  • Jegliche Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher wurden bei 102 Patienten (58 %) im RT-Arm bzw. bei 146 (81,6 %) im Docetaxel-RT-Arm beobachtet (P-Wert = 0,000).
  • Es gab eine höhere Inzidenz von:
  • - Mukositis Grad 3 und höher (22,2 % versus 49,7 %; p < 0,001),
  • - Odynophagie (33,5 % versus 52,5 %; p < 0,001)
  • - Dysphagie (33 % versus 49,7 %; p < 0,002).
  • Die Zugabe von Docetaxel führte nach 6 Monaten nicht zu einer Verschlechterung der TOI-Scores und FACT-G-Scores.

Die Zugabe von Docetaxel zur Bestrahlung verbesserte laut den Studienautoren das DFS und OS bei LAHNSCC, die für Cisplatin nicht geeignet sind. Die Autoren erachten diese Therapie als neuen Behandlungsstandard. Informationen zu klinischen Studien: CTRI/2017/05/008700.

10.1200/JCO.2022.40.17_suppl.LBA6003

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CCRT mit wöchentlicher DDP einer 3-wöchigen DDP nicht unterlegen

 

Abstract 6004:

An open-label, noninferiority phase III RCT of weekly versus three weekly cisplatin and radical radiotherapy in locally advanced head and neck squamous cell carcinoma (ConCERT trial).

 

Presenter: Atul Sharma

 

CCRT mit Cisplatin (DDP) 100 mg/m2 dreimal wöchentlich gilt laut den Studienautoren als nicht-chirurgische Standardoption für LAHNSCC. Viele bevorzugen DDP 40 mg/m2 wöchentlich im Glauben, dass dies nicht unterlegen ist, mit besserer Radiosensibilisierung und weniger toxisch, aber ohne belastbare Beweise. Darum haben die Autoren die vorliegende multizentrische Nicht-Unterlegenheits-RCT entworfen, um 3 wöchentliche DDP mit wöchentlicher DDP zu vergleichen.

Therapieschema:

  • Kontrolle als C: DDP 100 mg/m2 3 Wochen 3x wöchentlich,
  • Test als T: DDP 40 mg/m2 x 7mal wöchentlich,
  • mit gleichzeitiger RT als definitive Therapie bei nicht nasopharyngealem LAHNSCC.

Es wurden 278 Ptienten randomisiert.

  • Durchschnittsalter:56 Jahre (Bereich 19–70),
  • 89,6 % Männer.
  • Primäre Lokalisationen:
  • Oropharynx (59,6 %),
  • Larynx (17,5 %),
  • Hypopharynx und Mundhöhle (jeweils 11,6 %).
  • TNM-Stadium III (29,1 %),
  • Stadium IVA (50,5 %)
  • IVB (20,4 %).
  • p16 positiv: 13 % der oropharyngealen Patienten.
  • ECOG PS: 0-1 bei 78,9 %.
  • Baseline-Charakteristika (Chi-Quadrat/exakter Fisher-Test) waren gut ausgewogen, mit Ausnahme einer höheren Anzahl von Patienten mit LVEF < 50 % im T-Arm (p = 0,035).
  • 87,2 % der Patienten im C-Arm und 81,6 % im T-Arm erhielten ≥ 60 Grays (p = 0,94),
  • 78,6 % im C- und 81,6 % der Patienten im T-Arm erhielten ≥ 200 mg/m2 DDP (p = 0,31).
  • Es gab mehr Behandlungsverzögerungen bei der Behandlung im C-Arm (p = NS). Behandlungsunterbrechungen (p = 0,035), Krankenhausaufenthalte (p = 0,004), Verwendung zusätzlicher IV-Flüssigkeiten (p = < 0,001), Mukositis (p = 0,029), Myelosuppression (p = 0,021), Nierentoxizität (p = < 0,001), Erbrechen ((p=0,002), Hyponatriämie (p=0,004) waren alle signifikant häufiger im C-Arm.
  • Es gab 10 toxische Todesfälle im C-Arm und 7 im T-Arm.

Therapieergebnisse:

  • 81,6 % im C-Arm und 85,4 % Patienten im T-Arm mit CR+PR (p = 0,055).
  • LRC-Raten nach 2 Jahren: 57,69 % im C-Arm und 61,53 % im T-Arm, absolute Differenz 3,84 % und (einseitiges 95 %-KI = -6,15 , 13,80), was innerhalb der vordefinierten Nichtunterlegenheitsgrenze von -10 % liegt.
  • kumulativn 2-Jahres-LRC-Raten: 52,6 % in T und 47,4 % in C (Log-Rank p=0,426; HR 0,86 [95 % KI: 0,60-1,23 ]) durch parametrische Überlebensschätzungen mit einer absoluten Differenz von 5,2 % (95 % KI = -7,7, 18,2) wiederum innerhalb der vordefinierten Spanne.
  • keine signifikanten Unterschied in der medianen Zeit bis zum lokoregionären Versagen (C = 21,23 Monate und T = NR; p = 0,45), OS (C = 30,50 Monate und T = 25,46; p = 0,59) und PFS (C = 20,60 Monate und T = 20,66; p = 0,46). ).

Diese akademische Studie bestätigt laut den Studienautoren, dass CCRT mit wöchentlicher DDP einer 3-wöchigen DDP nicht unterlegen ist. Sie wird dank weniger Unterbrechungen, Krankenhausaufenthalte und Toxizität besser vertragen. Sie sollte laut den Studienautoren nun als einer der Behandlungsstandards angesehen werden CTRI/2018/03/012422.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6004

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Avasopasem mit statistisch signifikanter, klinisch bedeutsamer Verbesserung von SOM vrsus PBO.

 

Abstract 6005:

ROMAN: Phase 3 trial of avasopasem manganese (GC4419) for severe oral mucositis (SOM) in patients receiving chemoradiotherapy (CRT) for locally advanced, nonmetastatic head and neck cancer (LAHNC).

 

Presenter: Carryn M. Anderson

 

Die vorliegende doppelblinde, PBO-kontrollierte Studie (NCT03689712)

bewertete die Sicherheit und Wirksamkeit von Avasopasem (GC4419, AVA) zur Verringerung der SOM aufgrund von CRT für LAHNC der Mundhöhle (OC) oder des Oropharynx (OP).

Therapieschema:

  • Aufgenommen wurden Patienten, die 60–72 Gy IMRT (>50 Gy an ≥2 oralen Schleimhautstellen) plus Cisplatin (wöchentlich oder alle 3 Wochen) erhielten.
  • Sie wurden im Verhältnis 3:2 zu AVA 90 mg (n=241) PBO (n=166)  durch 60-minütige IV-Infusion randomisiert, M–F vor jeder RT-Fraktion. OM nach der WHO-Skala wurde von geschulten Gutachtern zweiwöchentlich während der RT und danach wöchentlich für 2 Wochen bewertet.

Therapieergebnisse

  • Durchschnittsalter 61; 86 % männlich; 82 % OP.
  • Es gab eine statistisch signifikante relative Reduktion der SOM-Inzidenz um 16 % (54 % vs. 64 %; p = 0,045) und eine relative Reduktion der SOM-Dauer um 56 % (Median 8 vs. 18 Tage; p = 0,002).
  • Die Inzidenz Grad 4 um 27 % reduziert (p = 0,052).
  • Es gab Verbesserungen wurde mehreren sekundären und explorativen Endpunkten (vgl. Tabelle im Abstract).

Verträglichkeit:

  • Häufigkeit unerwünschter Ereignisse (alle Grade, Grad 3+, schwerwiegend): zwischen den Behandlungsgruppen vergleichbar, ohne eindeutige AVA-spezifische Toxizität oder Zunahme der Cisplatin-zuschreibbaren Toxizität.

AVA führte gemäss den Studienautoren zu einer statistisch signifikanten, klinisch bedeutsamen Verbesserung von SOM gegenüber PBO. Dies blieb über mehrere SOM-Messungen hinweg konsistent und wurde gut vertragen. Das Nebenwirkungsprofil entsprach den Erwartungen für IMRT/Cisplatin bei LAHNC.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6005

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Durchführbarkeit des TTMV-HPV-Assays in Proben klinischer Studien nachgewiesen

 

Abstract 6006:

Association of plasma tumor tissue modified viral HPV DNA (TTMV) with tumor burden, treatment type, and outcome: A translational analysis from NRG-HN002.

 

Presenter: Sue S. Yom

 

In der Phase-II-Studie NRG-HN002 wurden Patienten mit p16-positivem Oropharynxkarzinom randomisiert mit 60 Gy IMRT mit gleichzeitigem Cisplatin (IMRT-C) oder 60 Gy beschleunigte IMRT behandelt. Das Protokoll spezifizierte die Plasmaentnahme vor der Behandlung (t0), während der Behandlung (20–28 Gy, t1) und 2 Wochen bis 1 Monat nach der Behandlung (t2); zu diesen Zeitpunkten wurde TTMV getestet. Eine vorab festgelegte Analyse bewertete: Assoziation von t0 TTMV zu Bruttotumorvolumen (GTV) von Primär- und Lymphknoten; t0-t1-Abnahme von TTMV; und Assoziation von t2 TTMV zu Behandlung und Ergebnis.

Die Durchführbarkeit des TTMV-HPV-Assays in Proben klinischer Studien wurde von den Autoren nachgewiesen. Etwa 10 % der p16-positiven Patienten hatten zu Studienbeginn null TTMV-Fragmente. Unter denjenigen mit TTMV-Erkennbarkeit zeigten 6,6 % andere Typen als TTMV-HPV16. T- und N-Stadium waren positiv mit TTMV-Fragmenten assoziiert. Der IMRT-C-Arm erreichte im Gegensatz zu IMRT eine schnelle TTMV-Untersuchung. Der NPV der Nichterkennbarkeit nach der Behandlung betrug 93–95 % für 2-Jahres-LRF und PFS.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6006

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Sequentielles Pembro mit zahlenmäßig besserem 1- und 2-Jahres-PFS verglichen mit gleichzeitiger Gabe

 

Abstract 6007:

A randomized phase II study evaluating concurrent or sequential fixed-dose immune therapy in combination with cisplatin and intensity-modulated radiotherapy in intermediate- or high-risk, previously untreated, locally advanced head and neck cancer (LA SCCHN).

 

Presenter: David Anthony Clump

 

Das optimale Timing, entweder gleichzeitig oder nacheinander, von PD-1-Antikörper mit CRT für LA SCCHN ist nicht bekannt. JAVELIN-100 vermochte keinen Nutzen der gleichzeitigen Zugabe von Avelumab zur CRT zu zeigen.

In dieser randomisierten Phase-2-Studie wurden Patienten (PTs) mit humanem Papillomavirus (HPV) mit mittlerem Risiko, positivem oropharyngealem (> 10 Packjahre oder T4 oder N3)

oder HPV-negativem, zuvor unbehandeltem LA SCCHN 1:1 randomisiert (stratifiziert nach HPV und Nodalstadium) und erhielten mit dem primäre Ziel die Bewertung von zwei Pembro-Schemata (gleichzeitig vs. sequenziell) in Kombination mit CRT um das nachfolgend zu testende Regime zu empfehlen:

  • CRT (Cisplatin 40 mg/m2 wöchentlich + Strahlentherapie bestehend aus 70 Gy in 35 Fraktionen und gleichzeitigem oder sequenziellem Pembrolizumab (Pembro) 200 mg alle 3 Wochen x insgesamt 8 Dosen. Pembro wurde 1 Woche vor der CRT und 2 Wochen nach der CRT im gleichzeitigen bzw. sequentiellen Arm begonnen
  • 41 Teilnehmer erhielten simultan, während 39 Patienten sequenzielles Pembro zusammen mit CRT erhielten.

Therapieergebnisse:

  • Mindest-FU: 9 Monate, Median > 24 Monatn.
  • Beide Behandlungsschemata erfüllten die vordefinierten kombinierten Endpunkte der Rate von DLT, LRF und 1-Jahres-PFS.
  • 1- und 2-Jahres-PFS für sequenzielles Pembro: 89 %, zahlenmäßig höher als das von 82 % und 78 % für gleichzeitiges Pembro.
  • OS nach 1 und 2 Jahren: 94 % für sequenzielles und 82 % und 78 % für gleichzeitiges Pembro.
  • medianes PFS und OS: in keinem Arm erreicht.
  • 3-Jahres-PFS und OS werden zusammen mit dem PD-L1-Status und anderen explorativen Korrelaten gemeldet.

Verträglichkeit:

  • Unerwünschte Ereignisse 3. Grades bei 76,7 % bei gleichzeitiger Behandlung gegenüber 58,9 % bei sequentieller Pembrogabe zusätzlich zur CRT.
  • Grad 5-Ereigniss: 2 mit sequentieller und 3 mit gleichzeitigem Pembro.

Sequentielles Pembro hatte laut den Studienautoren ein zahlenmäßig besseres 1- und 2-Jahres-PFS im Vergleich zur gleichzeitigen Therapie. NCT02777385.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6007

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Regime hat bei guter Verträglichkeit eine sehr ermutigende klinische Aktivität

 

Abstract 6008:

A phase II trial of pembrolizumab and cabozantinib in patients (pts) with recurrent metastatic head and neck squamous cell carcinoma (RMHNSCC).

 

Presenter: Nabil F. Saba

 

Im Rahmen dieser offenen, multizentrischen, einarmigen Phase-II-Studie zur Bewertung der Verträglichkeit und des klinischen Nutzens wurde Pembro 200 mg/m2 alle 3 Wochen und Cabo 40 mg täglich für Patienten mit RM HNSCC, die keine vorherige ICI erhalten haben verabreicht.

Diese Phase-II-Studie mit Pembro + Cabo erreichte laut den Autoren ihren primären Endpunkt ORR. Das Regime hat bei guter Verträglichkeit eine sehr ermutigende klinische Aktivität bei RM HNSCC. NCT03468218.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6008

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POSTER SESSION

Head and Neck Cancer

https://meetings.asco.org/2022-asco-annual-meeting/14376?presentation=207154#207154

 

Poster Discussion Session - Head and Neck Cancer

RT De-Intensivierung  unabhängig vom HPV-Status ist sicher, mit sehr niedrigen Spättoxizitätsraten

 

Abstract 6009:

Deintensification of postoperative radiotherapy in head and neck cancer independent of human papillomavirus status: Results of a prospective multicenter phase II trial.

 

Presenter: Marlen Haderlein | Poster: 1

 

Die Langzeittoxizität ist für Krebsüberlebende mit HNSCC gemäss den Studienautoren von hoher Relevanz, weshalb sie in einer klar definierten Patientenpopulation von Patienten mit neu diagnostiziertem HNSCC nach Operation eine individualisierte, risikoadaptierte De-Intensivierung der Strahlentherapie (RT) untersuchten, um die Langzeittoxizität zu reduzieren, ohne die lokoregionären Kontrollraten (LRRR) zu beeinträchtigen.

Folgenden Tumorstadien (TNM 7. Ausgabe) waren für die Studie geeignet:

  • Mundhöhle,
  • Oropharynx,
  • Larynx: pT1-3, pN0-pN2b.
  • Hypopharynx: pT1-2; pN1,
  • Resektionsrand (R) ≥ 1 mm, cM0.

Die Patienten wurden in 3 verschiedenen Armen behandelt, angepasst an das Tumorstadium und die Qualität der durchgeführten Operation (vgl. Tabelle im Anbstract). Eine begleitende Chemotherapie wurde standardmäßig angewendet.

Einschlusskriterien:

  • 150 Patienten eingeschlossen, 8 (5 %) in Arm A, 88 (59 %) in Arm B 54 (35 %) in Arm C.
  • Durchschnittsalter: 59 Jahre.
  • Die Tumorlokalisation war:
  • -35 % Mundhöhle,
  • -63 % Oropharynx (82 % HPV-positiv),
  • -1 % Hypopharynx,
  • -1 % Larynx.
  • Tumorstadium:
  • - 61 Patienten (41 %) Stadium IVA,
  • -81 (54 %) Stadium III
  • -8 (5 %) Stadium II.

Therapieergebnisse:

  • mediane Nachbeobachtungszeit: 36 Monate.
  • LRRR nach 2 und 3 Jahren: 6 % (95 %-KI 2–10 %) und 7 % (KI 3–12 %).
  • LRRR in nicht bestrahlten oder dosisreduzierten Regionen: 4 % (KI 1-7 %) nach 2 und 5 % (KI 1-9 %) nach 3 Jahren.
  • 2- und 3-Jahres-DFS-Raten: 90 % (KI 85–95 %) und 88 % (KI 82–94 %)
  • OS-Raten: 94 % und 94 % (KI 90–98 %).

Verträglichkeit:

  • späte Dysphagie wie folgt: 0°: 55 %, I°: 29 %, II°: 9 %, III°: 3 %.
  • Andere Toxizitäten ≥ 3. Grades: Xerostomie 1 %, Ösophagusstenose 2 %, Osteonekrose des Unterkiefers 1 %.

Die Studie erreichte laut der Studienautoren ihren primären Endpunkt. Die De-Intensivierung der RT unabhängig vom HPV-Status in einer vordefinierten Patientenpopulation mit niedrigem Risiko ist sicher und führt zu sehr niedrigen Spättoxizitätsraten. NCT02528955.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6009

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Vorteil einer Chemotherapie bei schweren ENE kann aus einer verbesserten LRC resultieren

 

Abstract 6010:

Effectiveness of adjuvant chemoradiotherapy for oral cavity squamous cell carcinoma with minor and major extranodal extension: A multi-institutional consortium study.

 

Presenter: Mirko Manojlovic Kolarski | Poster: 2

 

Die extranodale Ausdehnung (ENE) beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle (OSCC) stellt aufgrund des schlechten prognostischen Merkmals eine Indikation für eine adjuvante Radiochemotherapie dar. Jüngste Richtlinien zur Berichterstattung über Pathologien empfehlen laut den Studienautoren die Stratifizierung von ENE in kleinere (≤2 mm) oder größere (>2 mm) Ausdehnung. Frühere Studien haben jedoch gezeigt, dass die zusätzliche Chemotherapie zur adjuvanten Bestrahlung die onkologischen Ergebnisse bei geringfügigen ENE möglicherweise nicht verbessert.

Dies haben die Studienautoren nun durch eine große multiinstitutionelle Kohortenstudie bei chirurgisch resezierten primären T1-4, N1-N3, M0-OSCC mit pathologischer Lymphknotenerkrankung überprüft.

  • Das Ausmaß der ENE wurde von Pathologen anhand von archiviertem Gewebe neu klassifiziert und eine adjuvante Strahlentherapie oder RCT gemäß den Standardrichtlinien empfohlen, sofern nicht kontraindiziert.

Es wurden 764 Patienten eingeschlossen:

  • 126 (16 %) leichte ENE mit adjuvanter RCT bei 51 (40,5 %)
  • 242 (32 %) schwere ENE mit adjuvanter RCT bei 115 (47,5 %)

Therapieergebnisse:

  • Unter MVA CT nicht mit einem verbesserten Gesamtüberleben (OS) (HR 0,97, 95 % KI 0,55-1,73, p = 0,92) für Patienten mit geringer ENE, jedoch signifikantern OS-Vorteil für Patienten mit schwerer ENE (HR 0,61 , 95 % KI 0,38-0,98, p = 0,041) nach Adjustierung für Alter, T-Kategorie, N-Kategorie, Randstatus, adjuvante Bestrahlung, LN-Quotient, LVI, PNI und ECOG-Status.
  • Patienten mit schwerer ENE, die eine adjuvante Radiochemotherapie erhielten, hatten eine verbesserte lokoregionäre Kontrolle (LRC) (HR 0,67, 95 % KI 0,42-1,09, p = 0,1), obwohl dies keine statistische Signifikanz erreichte.
  • Propensity-Score-Matching-Analyse:
  • Patienten mit geringfügiger ENE, mit Chemotherapie: kein Unterschied im OS (52 % vs. 52 %, p = 0,85),
  • Patienten mit schwerer ENE: (44 % vs. 13 %, p = 0,85). 0,008).

Bei OSCC ist die laut den Studienautoren die Ergänzung einer Chemotherapie zur adjuvanten Behandlung bei größeren ENE von Vorteil. Die Autoren konnten keinen Nutzen für geringfügige ENE nachweisen. Der Vorteil einer Chemotherapie bei schweren ENE kann aus einer verbesserten LRC resultieren. Minor ENE ist eine klinisch relevante Untergruppe bei OSCC, die laut den Autoren besondere Überlegungen zur adjuvanten Behandlung rechtfertigt.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6010

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Reaktionsadaptive deeskalierte Behandlung für HPV+ OPC nach Nivolumab/nab-Paclitaxel/Carboplatin-Induktion verbessert Schluckfunktion &

QoL, reduziert enterale Ernährungsraten

 

Abstract 6011:

Swallowing and quality-of-life outcomes of response adaptive de-escalated therapy following nivolumab-based induction for HPV+ oropharyngeal cancer.

 

Presenter: Ari Rosenberg | Poster: 3

 

Die Autoren berichten über funktionelle Schluck- und QoL-Ergebnisse mit reaktionsadaptiver Deeskalation nach Induktionschemoimmuntherapie im Kontext einer prospektiven Prüfarzt-initiierten Studie, OPTIMA II.

Therapieschema:

  • Die Studie registrierte lokal fortgeschrittenes HPV+ OPC und behandelte die Patienten mit einer Induktionstherapie mit 3 Zyklen Nivolumab, Nab-Paclitaxel und Carboplatin, gefolgt von einer risiko- und wirkungsdeeskalierten lokalen Therapie.
  • Hochrisiko (HR) eingeschlossen: T4, N2c-N3 (AJCC 7. Ausgabe), > 20 Packungsjahre Rauchergeschichte oder Nicht-HPV16-Subtyp; Alle anderen waren Low-Risk (LR).
  • Einzelmodale Deeskalation erhielt Bestrahlung (RT) allein bis 50 Gy oder transorale Roboterchirurgie und wurde an LR mit ≥ 50 % Schrumpfung nach RECIST nach Induktion verabreicht.
  • Eine Deeskalation mit mittlerer Dosis erhielt eine Radiochemotherapie (CRT) mit 45–50 Gy und wurde bei HR mit ≥ 50 % Schrumpfung oder LR mit < 50 % Schrumpfung verabreicht.
  • Alle anderen erhielten eine CRT mit normaler Dosis von 70–75 Gy.
  • Als Adjuvans wurde Nivolumab für 6 Monate verabreicht.

Therapieergebnisse:

  • 73 in Frage kommende Patienten (PTs) begannen die Behandlung gemäß Protokoll. Durchschnittsalter 61 (Bereich 37-82). D
  • primäre Stelle war bei 70 % die Tonsille
  • Zungengrund 29 %.
  • T3- oder T4-Primärtumor in 30%.
  • Eine deeskalierte Therapie wurde bei 62 Patienten verabreicht, von denen 28 Patienten eine Einzelmodalität und 34 Patienten eine Zwischendosis erhielten.
  • Der Rosenbek-Mittelwert und die Standardabweichung (SD) zu Studienbeginn bei
  • - Einzelmodalität: 1,3 (SD 0,6),
  • - Zwischendosis: 1,7 (SD 1,3)
  • - Normaldosis: 1,4 (SD 0,7).
  • Der Rosenbek-Mittelwert 1 Monat nach der Lokaltherapie (n = 45) unter
  • - Einzelmodalität: 2,3 (SD 1,6),
  • - mittlerer Dosis: 3,8 (SD 2,5),
  • - Normaldosis: 4,7 (SD 2,1) (p = 0,06).
  • Die Rate der Ernährungssonden am Ende der lokalen Therapie be:
  • - Einzelmodalität: 7%,
  • - mittlerer Dosis: 44%,
  • - Normaldosis: 75% (p < 0,01).
  • Die QoL-Scores (n = 30) waren bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (p = 0,01), Neuropathie (p = 0,01) und Essen im sozialen Umfeld (p = 0,09) bei der Behandlung mit normaler Dosis im Vergleich zur deeskalierten Behandlung schlechter.

Die reaktionsadaptive deeskalierte Behandlung für HPV+ OPC nach Nivolumab/nab-Paclitaxel/Carboplatin-Induktion ist laut den Studienautoren mit einer verbesserten Schluckfunktion, reduzierten enteralen Ernährungsraten und einer Verbesserung der QoL in mehreren Bereichen verbunden NCT03107182.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6011

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Neues vielversprechendes und wirksames systemisches Therapieschema für Patienten mit hohem Risiko für metastasierendes NPC

 

Abstract 6012:

Efficacy and safety of camrelizumab and apatinib combined with induction chemotherapy and concurrent chemoradiotherapy for stage TanyN3M0 nasopharyngeal carcinoma: A phase II QUINTUPLED trial.

 

Presenter: Hu Liang | Poster: 4

 

Die vorliegende Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Anti-PD-1-Camrelizumab und dem antiangiogenen Wirkstoff Apatinib in Kombination mit Induktionschemotherapie und gleichzeitiger Radiochemotherapie (CCRT) beim Nasopharynxkarzinoms (NPC) mit TanyN3M0-NPC (n=50)

Therapieschema:

  • Induktionschemotherapie (NAB-Paclitaxel, 200 mg/m2, Tag 1; Cisplatin 60 mg/m2, Tag 1; und Capecitabin, 1000 mg/ m2, oral zweimal täglich, Tage 1–14; alle 21 Tage für 3 Zyklen)
  • Apatinib (250 mg, 5 Tage/Woche, für bis zu 8 Wochen), gefolgt von CCRT (Cisplatin, 100 mg/m2, Tag 1, alle 21 Tage für 2 Zyklen und IMRT).
  • Camrelizumab (200 mg einmal alle 3 Wochen) wurde ab dem ersten Zyklus der Induktionschemotherapie bis zu einem Jahr verabreicht.
  • Die vorgeschriebenen Strahlendosen waren 68–72 Gy, 64–68 Gy, 60–64 Gy und 54–58 Gy in 30–33 Fraktionen für PTVnx, PTVnd, PTVhigh-risk bzw. PTVlow-risk.

mediane Alter betrug 45 Jahre (Bereich 20–65), 13 Patienten (26 %) weiblich

mediane EBV-DNA-Konzentration betrug 4520 Kopien/ml (IQR 1595–17550)

Therapieergebnisse:

  • Alle Patienten sprachen insgesamt an, einschließlich 12 Patienten (24 %) mit vollständigem Ansprechen (CR).
  • Nach 1–3 Zyklen der Induktionstherapie hatten 84,8 % (28/33 verfügbar) der Patienten einen negativen pathologischen Befund an der Primärtumorstelle bei der endoskopischen Biopsie,
  • 50 % (17/34 verfügbar) bei der Lymphknotenbiopsie.
  • Mit Ausnahme eines Patienten, der ein regionales partielles Ansprechen erreichte und ein Patient, der an Leber- und Knochenmetastasen starb, erreichten alle anderen Patienten 3 Monate nach der Strahlentherapie eine CR.
  • Die Ein-Jahres-DMFS-Rate: 98 % (95 %-KI 96–100) mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 12,3 Monaten (Bereich 6,4–20,2).

Verträglichkeit:

Toxizität Grad ≥ 3 trat bei 32 (64 %) von 50 Patienten auf, hauptsächlich

  • Übelkeit/Erbrechen (9 [18 %]),
  • Neutropenie (8 [16 %]),
  • Leukopenie (7 [14 %]),
  • Anämie (7 [14 %]), Hautausschlag (5 [10 %])
  • Thrombozytopenie (5 [10 %]).

Camrelizumab und Apatinib in Kombination mit einer Induktionschemotherapie mit NAB-Paclitaxel, Cisplatin und Capecitabin und CCRT zeigen laut den Autoren eine hervorragende Kontrolle von Fernmetastasen bei akzeptabler Sicherheit. Dies weist nach Ansicht der Autoren  auf ein neues vielversprechendes und wirksames systemisches Therapieschema hin für Patienten mit hohem Risiko für ein metastasierendes NPC ChiCTR2000032317.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6012

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NACT mit DCF bietet Überlebensvorteil gegenüber DC bei Mundkrebs

 

Abstract 6013:

Phase 3 randomized study comparing docetaxel-platinum with docetaxel-platinum-5 fluorouracil as neoadjuvant chemotherapy in technically unresectable oral cancer.

 

Presenter: Ajaykumar Singh | Poster: 5

 

Das DC-Regime (Docetaxel, Cisplatin) hatte in kleinen Serien vielversprechende Ergebnisse mit einer geringeren Rate an unerwünschten Ereignissen gezeigt, wurde jedoch nie mit DCF (Docetaxel, Cisplatin und 5FU) verglichen. Dies haben die Autoren nachgeholt mit einer offene, randomisierte Phase-3-Überlegenheitsstudie.

Therapieschema:

  • Erwachsene Patienten mit LAOC (technisch nicht resezierbar), ECOG PS 0-2 und adäquater Organfunktion wurden im Verhältnis 1:1 entweder dem DCF- (Arm A, n=250) oder dem DC-Regime (Arm B, n=245)
  • Nach der Verabreichung von 2 Zyklen wurden diese Patienten in der multidisziplinären Klinik untersucht.
  • Basierend auf dem Ansprechen wurde eine weitere Behandlung geplant, entweder eine Operation, gefolgt von einer adjuvanten oder radikalen RCT oder einer palliativen Therapie.

Therapieergebnis:

  • mediane Nachbeobachtungszeit: 39,5 Monate.
  • 2-Jahres-OS: 29,1 % im DCF- bzw. 23,5 % im DC-Arm (HR = 0,81; 95 %-KI 0,66–0,99, P-Wert = 0,043).

Verträglichkeit:

Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher waren im DCF-Arm häufiger:

  • orale Mukositis (10,6 % gegenüber 1,2 %),
  • Durchfall (13,6 % gegenüber 9,6 %),
  • febrile Neutropenie (23,2 % gegenüber 2,6 %),
  • Hyponatriämie (40,8 % gegenüber 20,8 %).
  • Hypokaliämie (17,9 % gegenüber 1,6 %).

NACT mit DCF hat laut den Autoren einen Überlebensvorteil gegenüber DC bei Mundkrebs. Allerdings wurde eine Zunahme akuter unerwünschter Ereignisse registriert. CTRI/2016/04/006804.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6013

 

 

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RADPLAT neben der Operation eine neue Standardbehandlungsoption

 

Abstract 6014:

Dose-finding and efficacy confirmation trial of the superselective intra-arterial infusion of cisplatin and concomitant radiotherapy for locally advanced maxillary sinus cancer (JCOG1212): Results of the efficacy confirmation phase in the T4a cohort.

 

Presenter: Akihiro Homma | Poster: 6

 

Die JCOG1212-Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit der superselektiven intraarteriellen Infusion von hochdosiertem Cisplatin mit begleitender Strahlentherapie (RADPLAT) beim T4aN0M0- oder T4bN0M0-Plattenepithelkarzinomen der Kieferhöhle (MS-SCC). T4aN0M0 MS-SCC erfordert eine radikale Operation mit oder ohne vollständige Resektion des Augenhöhleninhalts als Standardbehandlung. Die Autoren berichten in der vorliegenden Studie mit Patienten mit T4aN0M0 MS-SCC über die Ergebnisse der Wirksamkeitsbestätigungsphase in der T4a-Kohorte.

Therapieschema:

  • Geeignete Patienten (n=65) erhielten Cisplatin 100 mg/m2 intraarteriell wöchentlich für 7 Wochen mit begleitender Strahlentherapie (insgesamt 70 Gy), wie anhand der Ergebnisse der vorherigen Dosisfindungsphase bestimmt.

54 Männern und 11 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren (Bereich 40–78 Jahre) ECOG-PS 0/1 (58/ 7).

64 Patienten in die primäre Analyse der Wirksamkeit und Sicherheit eingeschlossen.

Therapieergebnisse:

  • vollständige klinische Remissionsrate: 73,4 % (47/64, 95 % KI, 60,9 % – 83,7 %), 15 mit CR und 32 mit guter PR.
  • mediane Nachbeobachtungszeit: bei allen geeigneten Patienten 4,5 Jahre
  • primäre Endpunkt für 3-Jahres-OS: 82,8 % (90 % KI, 73,4 % – 89,2 %), was die vorab festgelegte Hypothese erfüllte.
  • 3-jähriges ereignisfreise Überleben und 3-jähriges lokalse ereignisfreies Überleben: 60,9 % (95 % KI, 47,9 % – 71,7 %) bzw. 65,6 % (95 % KI, 52,5 % – 75,8 %).

Verträglichkeit:

  • In Bezug auf akute unerwünschte Ereignisse:
  • Neutropenie (≥ Grad 3): 14,1 %,
  • erhöhtes Kreatinin (≥ Grad 2): 3,1 %,
  • Hörstörung (≥ Grad 2): 3,1 %,
  • Mukositis (≥ Grad 3:) 20,3 %,
  • Schlaganfall (≥ Grad 2): 1,6 %.
  • Ein behandlungsbedingter Todesfall aufgrund eines thromboembolischen Ereignisses wurde berichtet.

Schlussfolgerungen:

RADPLAT ist der Operation laut den Studienautoren nicht unterlegen und der IV-CRT bei Patienten mit T4aN0M0 MS-SCC überlegen. Die Toxizitäten erwiesen sich als beherrschbar. Die Autoren halten RADPLAT neben der Operation für eine neue Standardbehandlungsoption für diese Patienten UMIN000013706.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6014

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Neuer N-Klassifizierungsvorschlag basierend auf aHR bietet verbesserte Staging-Informationen

 

Abstract 6015:

Refining nodal category in TNM staging with extent of extranodal extension for oral cavity squamous cell carcinoma.

 

Presenter: John R de Almeida | Poster: 7

 

Die TNM 8. Ausgabe N-Klassifikation (TNM-8-N) hat laut den Studienautoren Einschränkungen. Darum kann die Verfeinerung der N-Klassifizierung die Staging-Leistung verbessern.

Die Autoren schliessen mit ihren Untersuchungen, dass ein neuer N-Klassifizierungsvorschlag basierend auf aHR verbesserte Staging-Informationen bietet. Zu den wichtigsten Änderungen gehören: (1) Stratifizierung nach ENE-Ausmaß (2) Eliminierung von N2c (3) Stratifizierung mehrerer LNs ohne ENE nach Größe und (4) Eliminierung der 6-cm-Schwelle. Neue TNM-Iterationen können diese Änderungen enthalten.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6015

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Niedrig dosiertes Nivolumab: Alternativer Behandlungsstandard für Patienten ohne Zugang zu Nivolumab in voller Dosis

 

Abstract LBA6016:

Phase 3 randomised study evaluating the addition of low-dose nivolumab to palliative chemotherapy in head and neck cancer.

 

Presenter: Vijay Maruti Patil | Poster: 8

 

Die Autoren haben untersucht, ob die Zugabe von niedrig dosiertem Nivolumab zu MC das Gesamtüberleben beim HNSCC verbessert.

In dieser allerersten randomisierten Studie führte die Zugabe von niedrig dosiertem Nivolumab laut den Studienautoren zu einem verbesserten Gesamtüberleben und ist ein alternativer Behandlungsstandard für Patienten, die keinen Zugang zu Nivolumab in voller Dosis haben. Informationen zu klinischen Studien: CTRI/2020/11/028953.

10.1200/JCO.2022.40.17_suppl.LBA6016

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Die ctDNA-Analyse mit konsekutiv ctDNA-gesteuerter Behandlung vermindert Morbidität beim HNSCC

 

Abstract 6017:

Liquid Biopsy for Minimal Residual Disease Detection in Head and Neck Squamous Cell Carcinoma (LIONESS): A personalized cell-free tumor DNA analysis for patients with HNSCC.

 

Presenter: Susanne Flach  | Poster: 9

 

Der Nachweis von zellfreier zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) postoperativ und während der klinischen Nachsorge hat das Potenzial, Patienten mit HNSCC mit molekularer Resterkrankung (MRD) oder Patienten mit erhöhtem Rückfallrisiko zu identifizieren, die daher von einer personalisierten Behandlung profitieren könnten.

Die Autoren führten LIONESS durch, eine monozentrische prospektive Kohortenstudie zur Untersuchung von ctDNA bei 58 Patienten mit HNSCC im Stadium I (15,5 %), II (13,8 %), III (36,2 %) und IV (34,5 %), die eine primäre chirurgische Behandlung mit kurativer Absicht erhielten.

Bisher wurden 236 Längsschnitt-Plasmaproben von 35 Patienten analysiert, wobei personalisierte Panels verwendet wurden, die auf durchschnittlich 48 (20-60) somatische Varianten abzielten.

Vorläufige Daten zeigen:

  • 94,28 % ctDNA-Nachweis in präoperativen Basisproben.
  • postoperativen Proben: ctDNA in Konzentrationen von nur 0,0005 % der varianten Allelfraktion (eVAF) nachgewiesen.
  • Überlebensanalyse mit einem signifikanten Unterschied (p-Wert = 7e-7) in den Rezidivraten zwischen Patienten, die während der Nachsorge auf ctDNA+ getestet wurden (8/11, 72,7 %) und denen, die ctDNA negativ waren (0/24, 0 %).
  • In allen acht Fällen mit klinischem Rezidiv wurde ctDNA vor der Progression nachgewiesen, mit Vorlaufzeiten zwischen 56 und 265 Tagen.

Eine Analyse der gesamten Kohorte von Plasma- und Speichelproben wird in der Session  präsentiert.

In dieser prospektiven Beobachtungsstudie war gemäss den Autoren der Nachweis einer Resterkrankung mittels ctDNA mit einem schlechteren progressionsfreien Überleben und einer viel früheren Erkennung der Krankheit vor einem klinischen Rückfall verbunden. Die Implementierung eines hochempfindlichen ctDNA-Assays wie RaDaR in die klinische Praxis hat für die Autoren das Potenzial, personalisierte Behandlungsstrategien für molekulare Resterkrankungen und Rezidive bei Patienten mit HNSCC maßzuschneidern. Künftig kann die ctDNA-Analyse mit konsekutiv ctDNA-gesteuerter Behandlung die Morbidität beim HNSCC vermindern.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6017

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Herzuma plus Nanoxel zeigte ein vielversprechendes Behandlungsergebnis beim HER2-positiven rezidivierendem/metastatischem SDC

 

Abstract 6018:

Phase II study of trastuzumab-pkrb and docetaxel anhydrous combination therapy in recurrent or metastatic salivary ductal carcinomas (KCSG HN18-08/KM11).

 

Presenter: Jiyun Lee | Poster: 10

 

Der seltene Speicheldrüsenkrebs (SGK) macht 1–6 % aller Neoplasien des Kopf-Hals-Bereichs aus. Er hat einen vielfältigen Krankheitsverlauf in Bezug auf Ursprung und Pathologie. Aufgrund früherer Studien, die eine hohe Prävalenz von HER2-Positivität beim Speichelgangskarzinom (SDC) berichteten, führten die Autoren eine einarmige Phase-II-Studie durch, um die Antitumoraktivität und Sicherheit von Herzuma (Trastuzumab-Biosimilar) in Kombination mit wasserfreiem Docetaxel (Nanoxel) bei Patienten mit HER2-positiven fortgeschrittenen SDCs zu evaluieren:

  • Geeignete Patienten (n=43) hatten histologisch bestätigte HER2-positive (definiert als IHC≥2+ und/oder FISH HER2/CEN17-Quotient ≥2,0) rezidivierende/metastatische SDC oder Subtypen von SGC, die SDC pathologisch ähnlich waren (ausgenommen ACCs).

Therapieschema:

  • Patienten erhielten Herzuma (8 mg/kg i.v. Aufsättigungsdosis, gefolgt von 6 mg/kg i.v.) und Nanoxel (75 mg/m2 i.v.) alle 3 Wochen.

Patientenmerkmale:

  • Durchschnittsalter 60 (Bereich 35–81);
  • 86 % männlich;
  • 84 % ECOG1;
  • 84 % SDC,
  • 9 % Adenokarzinom,
  • 2 % hochgradiges Mukoepidermoidkarzinom,
  • 5 % andere Subtypen.

Therapieergebnisse:

  • Bestätigte ORR: 67 % (95 % KI, 52–81).
  • Kein Patient mit vollständigem Ansprechen im Sinne von BOR (bestes Ansprechen über alle Zeitpunkte bis zur Progression),
  • 29 (67 %) mit partiellem Ansprechen,
  • 11 (26 %) mit stabilre Erkrankung,
  • 1 (2 %) mit fortschreitender Erkrankung,
  • 2 (5 %) nicht auswertbar.
  • DCR: 93 % (95 % KI, 81–99).
  • medianes PFS und OS: 8,2 Monate (95 % KI, 6,7–9,7) bzw. 23,3 Monate (95 % KI, 19,9–26,7).

Verträglichkeit:

  • Achtunddreißig (88 %) Patienten erlitten ein behandlungsbedingtes UE (TRAE),
  • wobei 15 (35 %) Patienten ein TRAE ≥ Grad 3 aufwiesen, darunter:
  • Neutropenie (10),
  • febrile Neutropenie (4),
  • Anämie (1),
  • Sepsis ( 1),
  • Anaphylaxie (1),
  • verminderte LVEF (1).
  • Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle.

Die Studie erreichte gemäss den Studienautoren den primären Endpunkt ORR. Die Kombinationstherapie von Herzuma und Nanoxel zeigte ihrer Ansicht nach ein vielversprechendes Behandlungsergebnis bei Patienten mit HER2-positivem rezidivierendem/metastatischem SDC NCT03614364.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6018

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Studie erreichte ihren primären Endpunkt

 

Abstract 6019:

A phase 2 clinical trial of axitinib and avelumab in patients with recurrent/metastatic adenoid cystic carcinoma (ACC).

 

Presenter: Renata Ferrarotto | Poster: 11

 

ACC ist ein heterogenes Neoplasma und laut Studienautoren ohne Standardbehandlung für Patienten mit rezidivierender/metastasierter (R/M) Erkrankung. Sie stellten die Hypothese auf, dass die immunmodulatorische Rolle von VEGFRi (Axitinib) die Aktivität von PD-L1i (Avelumab) verstärken und eine wirksamere Therapie für R/M ACC darstellen würde.

Die Behandlung bestand aus Axitinib 5 mg p.o. 2-mal täglich und Avelumab 10 mg/kg i.v. alle 2 Wochen.

  • Von 41 Patienten waren 28 für den primären Endpunkt auswertbar;
  • 16 Patienten in erster Linie behandelt.
  • Mutationsdaten für 23 von 28 auswertbaren Patienten verfügbar;
  • 7 mit NOTCH1-aktivierende Mutationen.

Therapieergebnisse

  • ORR: 17,9 % (5/28, 95 % KI: 6,1–36,9 %).
  • Ein Ansprechen unbestätigt (PT schritt in Nicht-Zielläsionen 2 Monate nach Erreichen einer PR fort), für eine bestätigte ORR von 14,3 % (95 % KI: 4–32,7 %).
  • medianes FU für die 15 lebenden Patienten: 11,6 Monate (Min.-Max.: 7,7–29,2 Monate).
  • medianse PFS: 7,2 Monate (95 % KI: 3,7–11,7 Monate) mit einer 6-Monats-PFS-Rate von 57 % (95 % KI: 41–79 %).
  • medianes OS: 17,4 Monate (95 % KI: 13-NA).
  • 5 Patienten bleiben in Therapie, 2/5 mit PR.
  • mediane DOR für die 5 Responder: 5,2 Monate (95 % KI: 3,7–NA Monate).

Verträglichkeit:

  • häufigste behandlungsbedingtn unerwünschte Ereignisse (TRAEs):
  • Müdigkeit (62 %),
  • Bluthochdruck (32 %),
  • Durchfall (29 %),
  • Stomatitis (29 %).
  • Schwerwiegende TRAEs bei 8 (24 %) Patienten, alle Grad 3 und beherrschbar.
  • 4 (15 %) Patienten brachen Avelumab ab
  • bei 9 (32 %) wurde die Axitinib-Dosis aufgrund der Toxizität reduziert.

Die Studie erreichte laut den Studienautoren ihren primären Endpunkt mit ≥ 4 Therapieansprechen von 28 auswertbaren Patienten (ORR von 17,8 %; bestätigte ORR von 14,3 %). Die ORR- und 6-mos-PFS-Rate von 57 % mit Axitinib und Avelumab wird von den Autoren im Vergleich zur Monotherapie mit Axitinib als günstig erachtet und rechtfertigt weitere Untersuchungen der Kombination NCT03990571.

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6019

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Rivoceranib zeigte eine vielversprechende Antitumoraktivität, insbesondere bei VEGFR-TKI-naiven Patienten

 

Abstract 6020:

A phase 2 study of the oral vascular endothelial growth factor receptor 2 (VEGFR2) inhibitor, rivoceranib, for recurrent or metastatic (R/M) adenoid cystic carcinoma (ACC).

 

Presenter: Hyunseok Kang | Poster: 12

 

Es gibt laut den Studienautoren keine von der FDA zugelassenen systemischen Behandlungen für das seltene R/M ACC. Rivoceranib ist ein oraler Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), der VEGFR2 wirksam und selektiv hemmt.

In der vorliegenden einarmigen, unverblindeten Studie wurden Patienten (PTs) mit R/M ACC mit Nachweis einer Progression von ≥ 20 % nach RECIST v1.1 oder neuen Läsionen innerhalb der vorangegangenen 6 Monate aufgenommen und erhielten Rivoceranib 700 mg einmal täglich bis zur Progression oder zum Absetzen mit vorgeplanten Dosisreduktionen wegen Toxizität.

  • 80 Patienten (72 auswertbar) (53 % männlich; Durchschnittsalter: 55 Jahre).
  • Primäre Tumorstellen: große (34 %) und kleine (59 %) Speicheldrüsen und andere (8 %).
  • 5 (6 %) Patienten mit nur einer lokoregionären Erkrankung.
  • 74 (93 %) mit einer metastatischen Erkrankung.
  • Die meisten Patienten mit vorheriger Operation (89 %) und Bestrahlung (96 %);
  • 53 % mit vorheriger systemischer Therapie (44 % Chemotherapie; 18 % VEGFR TKI).

Therapieergebnisse:

  • mediane Nachbeobachtungszeit: 15 Monate (2–19);
  • 20 Patienten verbleiben auf in der Therapie.
  • PI-bewertete Wirksamkeitsdaten sind in der Tabelle im Abstract aufgeführt.
  • ORR bei Patienten mit oder ohne vorherige systemische Therapie: 13,9 % bzw. 16,9 %.
  • ORR nach CHOI: 50,8 % (51 % ohne VEGFR-TKI und 50 % mit VEGFR-TKI).

Verträglichkeit:

  • 18 % der Patienten brachen die Therapie ab,
  • 74 % hatten mindestens eine Dosisreduktion
  • 93 % eine Dosisunterbrechung wegen unerwünschter Ereignisse (AEs).
  • Alle Patienten hatten ≥ 1 UE
  • 80 % hatten Grad ≥ 3 UE, einschließlich 3 Grad 5 UE (2 Epistaxis [1therapiebedingt], 1 akute Ateminsuffizienz).
  • Häufige (> 30 %) Nebenwirkungen waren Bluthochdruck (65 %), Müdigkeit (61 %), Übelkeit und Kopfschmerzen (50 %), Stomatitis (46 %), Durchfall (40 %), verminderter Appetit (38 %), Proteinurie (36 %) und palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom (34 %).
  • UE ≥ 3. Grades bei ≥ 5 % der Patienten waren Hypertonie (43 %), Stomatitis (8 %), Müdigkeit und Anämie (6 %) sowie Rückenschmerzen und Pneumothorax (5 %).

In dieser Population von R/M ACC zeigte Rivoceranib laut den Studienautoren eine vielversprechende Antitumoraktivität, insbesondere bei VEGFR-TKI-naiven Patienten. Das Sicherheitsprofil ist mit anderen VEGFR-TKI vergleichbar. NCT04119453

10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.6020

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Statement zu den ASCO Highlights der Studien zum Head and Neck Cancermit Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Thorsten Füreder

Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Thorsten Füreder

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